Fernsehköchin: „Sojamilch in etwa so künstlich wie Cola“

Sarah Wiener spricht über Ernährung als Ersatzreligion, Fertigprodukte und einen bewussten Fleischkonsum.

Sind uns Konsumgüter deutlich wichtiger als eine gesunde Ernährung? Diese Frage beantwortet Starköchin Sarah Wiener mit einem klaren Ja. Im Wirtschaftsmagazin „enorm“ sagt sie zum Beispiel: „So mancher hat zu seinem Auto ein innigeres Verhältnis als zu seinem Körper. Billig-Benzin, das dem Motor schadet, will keiner in sein Fahrzeug pumpen. Aber das Billigindustrieöl im Essen: nur rein damit!“

Gesunde Ernährung fängt für Wiener vor allem beim Selbstkochen an. Statt fertige Gerichte zu kaufen, sollte vor allem saisonal und regional gekocht werden. Denn wer Spargel im November kauft, kann sich sicher sein, dass dieser nicht aus der Umgebung kommt und einige Kilometer bis zum Supermarktregal zurückgelegt hat. Wichtig ist Wiener außerdem ein vernünftiger Umgang mit Tieren. Zuletzt verbrachte sie einige Zeit in Südamerika und verzichtete dort komplett auf Fleisch. „Warum mein Verzicht auf Fleisch und Tier-Produkte? Ganz einfach: Ich konnte mir nicht sicher sein, dass die Tiere artgerecht gehalten wurden. Was sie zu fressen bekamen.“

Für Wiener ist Massentierhaltung nicht akzeptabel. „Für mich ist es kein Genuss, in den Schenkel eines Huhns zu beißen, das weder Sonne noch Wind gespürt hat, dessen Schnabel amputiert wurde und das schon nach wenigen Tagen sein Körpergewicht kaum mehr tragen konnte.“ Sie plädiert daher auch beim Fleischgenuss zu einem bewussten Konsum – „ab und zu... und aus artgerechter Haltung.“

„Die Sojamilch, die heute in jedem Supermarkt steht, ist ein hochverarbeitetes Industrieprodukt – und in etwa so künstlich wie eine Cola"

Keine Alternative ist für Wiener der Veganismus. „Vegane Ernährung ist keine Lösung des Grundproblems! So mancher Veganer baut sich da schlicht eine Parallelwelt auf.“ Denn auch vegane Lebensmittel werden zu oft im Labor erzeugt. Als Beispiel nennt sie Sojamilch, die gekocht und ausgedrückt einer kaum trinkbaren Brühe gleiche, die niemand in seinen Latte Macchiato kippen wolle. „Die Nahrungsmittelindustrie seziert unser Essen wie Frankenstein seine Leichen. Und dann baut sie es wieder zusammen und serviert es als sterilisierte Kunstprodukte, angereichert mit Aromastoffen, Geschmacksstoffen, Farbstoffen und Emulgatoren – um am Ende ein bestimmtes Bissgefühl und den gewünschten Look zu schaffen.“

Wiener geht sogar so weit und bezeichnet die Einstellung mancher Veganer als Ersatzreligion. Durch den Verzicht auf Fleisch werde nichts an den üblichen Verhältnissen der Nahrungsmittelindustrie geändert. Ganz im Gegenteil. Auch vegane Lebensmittel führten zu Bodenerosionen, würden das Klima versauen und das Wasser vergiften. Ersatzprodukte seien ein Tor für die Nahrungsmittelindustrie, um noch mehr künstliche Lebensmittel minderer Qualität auf den Markt zu werfen.

Ihren Gastbeitrag beendet Sarah Wiener mit einem klaren Plädoyer. „Wir können nicht alle zu Ernährungsexperten werden. Die Lösung aber ist ganz einfach. Denn die simpelsten Wahrheiten sind immer noch die besten: Kochen Sie selber und mit natürlichen Zutaten.“

Lust auf frisch und nachhaltig kochen? Hier sind einige leckere Rezepte: 
Weihnachtsessen (I): Rezept für festliche Hirschsteaks
Weihnachtsessen (II): Rezept für köstliche Rehmedaillons
Weihnachtsessen (III): Rezept für gebratene Wildschweinschulter
Weihnachtsessen (IV): Rezept für Hasenrückenfilets im Wirsingmantel
Wild vom Wirt (I): Der Hausschlachter vom Thüringer Meer
Wild vom Wirt (II): Rehsteaks vom Grill
Wild vom Wirt (III): Wildschweinbraten aus heimischer Jagd
Wild vom Wirt (IV): Damhirschgulasch
Wild vom Wirt (V): Rehrücken
Wild vom Wirt (VI): Hirschrücken
Wild vom Wirt (VII): Wildhasenkeule
Wild vom Wirt (VIII): Glasierter Fasan aus dem Ofen

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