So wird ihr balkon frühlingsfit

Frühling – für viele die schönste Zeit des Jahres. Das erste Mal ohne Jacke raus,  das erste Mal endlich wieder bunt und grün. Besonders die Gärtner entwickeln ihre ganz eigenen Frühlingsgefühle. Endlich geht es wieder los! In unserem Frühlingsspecial haben wir Ihnen wertvolle Tipps gegeben, wie Sie Ihren Garten frühlingsfit bekommen. Der vierte und letzte Teil ist all denen gewidmet, die (noch) keinen Garten haben und sich mit weniger zufriedengeben. Aber wir zeigen: Auch ein gepflegter Balkon kann zu Ihrer Wohlfühloase werden, die dem Garten in nichts nachsteht.

Fotos: Alexander Küper/ Mit etwas Mühe wird der Balkon zum kleinen Paradies.

Das „grüne Zimmer“ in jedem Stockwerk, und sei es noch so weit oben, ist der Balkon. Ihn auszugestalten heißt, die Lebensfreude an jeder Art sommerlicher Freizeit zu erhöhen. Den Grundstein dazu legen wir jetzt im Frühjahr. Wenn Sie jetzt investieren, werden Sie einen fantastischen Sommer und Spätsommer erleben, vielleicht sogar mit Ihren eigenen Weintrauben...

Balkon gestalten

Was man aus einem nackten Betonbalkon durch wetterfeste Kunststoffläufer, Matten, Fliesen, Platten, Kacheln, Trennwänden, Spalieren, Sonnensegeln und Markisen in Verbindung mit rustikalen Möbeln machen kann, ist eine Oase der Glückseligkeit über der Großstadtstraßenschlucht.

Kletterpflanzen

Wein auf dem Balkon

Auch Wein macht sich gut auf dem Balkon.

Ziehen Sie einen grünen und blühenden Vorhang vor diese Straßenschlucht. Mit Japanischem Hopfen, Feuerbohnen, Prunkwinden, rankender Kapuzinerkresse und der blaublütigen Krallenwinde – alles Kletterpflanzen, die Sie jetzt direkt in die Balkonkästen säen. Im Normalfall reicht eine Mischung aus der im Fachhandel erhältlichen Blumen- und Gartenerde zum Befüllen. Bei eventuellem Spätfrost genügt ein Folienüberzug, um die Pflanzen zu schützen. Das Gute an Ihrem Balkon: Der Bodenfrost schafft es nicht bis zu Ihnen rauf. Ein Holzrahmen über dem Blumenkasten, mit Nylonfäden bespannt, gibt den Kletterpflanzen den nötigen Rückhalt.

Auf die Lage kommt es an

Geranien auf dem Balkon

Geranien auf dem Balkon.

Für den Sonnenbalkon in Südlage sind nach wie vor Geranien in aufrechter oder hängender Form am geeignetsten. Als Kinder Afrikas vertragen sie die Sommerhitze und die Rückstrahlung der Hauswände am besten. Auch niedrige Studentenblumen (Tagetes), Zwergzinnien, Feuersalbei und rankenlose Kapuzinerkresse ergeben hier einen leuchtenden Mix.

Die Westseite ist der beste Platz für Petunien. Diese bekommen Sie in der Regel in den Farben weiß, rosa, rot und blau. Auf der Westseite können auch noch Pelargonien und, umgekehrt auf der Südseite, Petunien mitverwendet werden.

Die Morgensonne der Ostseite eignet sich hervorragend für die rosenblütigen Knollenbegonien in Verbindung mit den leuchtend blauen Lobelien (Männertreu) und Ageratum (Blausternchen).

Selbst die Nordseite muss nicht blumenleer bleiben. Die Fuchsien fühlen sich hier am wohlsten. Auch kleinblütige Petunien, Fleißige Lieschen, Grünlilien und Zierspargel können einen Lichtblick auf die Schattenseite bringen.

Umtopfen

Auf dem Balkon ist das Umtopfen wichtiger denn je. Werden die Pflanzen größer, brauchen sie mehr Platz. Jedes Umtopfen ist allerdings ein kleiner Kraftakt für die Pflanzen. Deswegen brauchen sie Stärkung. „Das Allerwichtigste ist, dass die Pflanze genug Wasser bekommt“, rät Landschaftsarchitekt Jan Kolodziej. „Regen alleine reicht da nicht aus.“ Vor dem Umtopfen sollten Sie die Pflanze gut wässern, damit sich die Wurzeln mit Wasser voll saugen. Im Kleinen ist es dasselbe Prinzip wie im Großen. Auf dem Balkon genau so wie im Garten. 

Immer dran denken: Vor dem Umtopfen müssen die Pflanzen gut gewässert werden.

Düngen – auf dem Balkon besonders wichtig

Gerade bei Topfpflanzen, die auf einem Balkon mitten in der Stadt stehen, ist es wichtig, dass sie an ihre lebenswichtigen Nährstoffe kommen. Denn: Die Menge der in Gefäßen unterzubringenden Erde ist naturgemäß beschränkt – die darin enthaltenen Nährstoffe sind es selbstverständlich ebenfalls. Schon jetzt im Frühling muss daher ordentlich gedüngt werden, damit die Pflanzen uns den Sommer und Herbst über beglücken.

 Wollen Sie Ihren Pflanzen etwas Gutes tun, geben Sie Hornspäne dazu. „Das Gute an organischem Dünger wie Hornspänen ist, dass es wie ein Langzeitdünger wirkt“, sagt Landschaftsarchitekt Jan Kolodziej. „Sie geben die Nährstoffe nur langsam ab.“ So haben Ihre Balkonpflanzen mehr davon.

Obst und Gemüse auf dem Balkon?

Gemüse auf dem Balkon

Auch eine Möglichkeit: Möhren direkt vom eigenen Balkon.

Das wäre doch was, oder!? Die eigenen Küchenzutaten direkt vom Balkon. Anspruchslose Gemüsesorten lassen sich durchaus auch auf dem Balkon züchten. Radieschen, Zuckererbsen, Pflücksalat, Chilis, Bohnen, Möhrchen und mit etwas mehr Geduld auch Tomaten und Paprika. Geben Sie sich dabei durchaus Zeit. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und auch wenn die erste Ernte nicht besonders groß ausfällt: Leckerer als aus dem Supermarkt schmeckt es allemal.

Bei Obstbäumen, die Sie in Kübeln halten, müssen Sie den Aspekt der Bestäubung beachten. Für Süßkirschen beispielsweise braucht es eine andere Süßkirsche in der Nähe. Die Befruchtung ist durchaus kompliziert. Es gibt Süßkirschenarten, die zwar miteinander verwandt sind, sich aber nicht effektiv bestäuben. Auch die Idee, dass Bienen Fremdpollen zu Ihnen auf den Balkon bringen, nimmt mit steigender Entfernung des nächsten Kirschbaumes ab. Weiter als 20 Meter darf der nächste Kirschbaum nicht stehen. Andernfalls müssen Sie sich einen Zweig besorgen und per Pinsel und Hand bestäuben. Kein Scherz! Das funktioniert auch, ist mit aber mit größer werdenden Bäumen recht umständlich. Einfacher hat man es da mit selbstbefruchtenden Sauerkirschen, wenn es denn ein Bäumchen auf dem Balkon sein soll. 

Auch Wein macht sich auf dem Balkon sehr gut. Teilweise reicht die eigene Ernte vom Balkon sogar dazu, selbst einen Wein anzusetzen. Ein bisschen Einlesen hilft und schon gären die Beeren vom eigenen Balkon zum eigenen Rotwein. Jetzt schon ein Tipp für die Ernte im Herbst: Die Beeren sollten den ersten Frost abbekommen haben. Dann schmecken sie süßer und machen den Wein qualitativ hochwertiger. 

Hier geht es zu: So wird Ihr Garten frühlingsfit (I)
Hier geht es zu: So wird Ihr Garten frühlingsfit (II)
Hier geht es zu: So wird Ihr Garten frühlingsfit (III)

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!