Verbraucherzentrale: Mehr Bio geht nicht! Wildbret als Etikettenschwindel oder berechtigter Stolz?

Die meisten Jäger sind stolz, ein so hochwertiges Lebensmittel wie Wildfleisch erzeugen zu dürfen. Viele verkaufen es weiter und werben häufig mit der überragenden Qualität. Jetzt äußert sich die Verbraucherzentrale: Wildbret könne nicht „Bio“ sein.

Wildschwein auf Grill

Foto: András Fehér

Völlig zu Recht begründet die Verbraucherzentrale ihre Aussage mit der EU-Öko-Verordnung. Demnach gelten Erzeugnisse aus der Jagd von wildlebenden Tieren nicht als „Bio“ oder „Öko“. Eine Verwendung dieser Labels für Wildbret sei also nicht zulässig. Allenfalls „Wild“-Tiere aus Gehegehaltung könnten, sofern die nötigen Auflagen an Haltung und Futter erfüllt sind, als „Bio“ vermarktet werden.

Insbesondere in den Sozialen Medien johlen und feixen nun die Jagdgegner: endlich flögen den Jägern ihre irreführenden Aussagen um die Ohren. Überhaupt sei Wildfleisch grundsätzlich massiv belastet. Ob durch Schwermetalle im Boden, Düngemittel- und Herbizideinsätze oder aber durch die Strahlenbelastung nach Tschernobyl – Wildbret unterliege also einem Etikettenschwindel.

Demgegenüber verdeutlicht der Satz „Mehr Bio geht nicht“ für viele Jäger die Quintessenz ihres Wirkens. Nicht etwa Spaß am Töten, mutwilliges Herumballern macht den Reiz der Jagd aus. Sie ist vielmehr gelebtes, uraltes Handwerk. Die nachhaltige Erzeugung von küchenfertigem Fleisch, Wildbret, ist die Königsdisziplin.

„Bio“ summiert hierbei lediglich kurz und bündig alle Vorteile, sowohl für das Wild, als auch für den Endverbraucher. Im rechtlichen Sinne ist es natürlich eine geschützte Bezeichnung, wie die EU-Öko-Verordnung zeigt. Gleichzeitig transportiert der Begriff ein Bild und eine Botschaft, die durch Jäger gerne und zu Recht unterstrichen wird: Wildtiere sind völlig frei, streifen herrenlos durch unsere Kulturlandschaft. Sie können fressen, was immer sie möchten. Artgerechter geht es nicht!

Auch Krankheiten beim Wild werden nicht behandelt, keine Antibiotika gelangen in ihr Fleisch. Umso wichtiger ist die Expertise des Jägers bei der Jagdausübung. Ihm obliegt die Beurteilung des lebenden und gegebenenfalls erlegten Tieres. Dabei geht es nicht nur um das Erlösen schwerkranker Tiere, sondern natürlich auch um die Beurteilung der Genusstauglichkeit. Sinnvollerweise nimmt die Lebensmittelhygiene immer mehr Raum bei der Vorbereitung auf die Jägerprüfung ein.

„Wild auf Wild“ lautet schließlich das Motto des Deutschen Jagdverbands. Auch ohne Öko-Label – Wildbret ist und bleibt gesund, schmackhaft und nachhaltig.

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