Drückjagd (II): Der beste Schutz für den Hund

Für eine Drückjagd braucht es vor allem geeignete Hunde, um wirklich erfolgreich zu sein. Wie aber kann man seinen Vierbeiner vor annehmenden Sauen schützen?

Jagdhund mit Schutzweste

Fotos: team winz

„Jagen ohne Hund ist Schund“ – so lautet ein altes Sprichwort in Jägerkreisen. Dies gilt sicher vor allem auch für die durchgeführten Drückjagden. Wie aber kann ich meinen Hund schützen vor annehmenden Sauen? Wie bereite ich ihn vor? Was gilt es vor Einsatz des Hundes zu beachten?

In unserem ersten Artikel zur Drückjagd ging es vornehmlich um den Treiber: Wie kann er sich schützen, vorbereiten und vieles mehr. Für eine Drückjagd braucht es vor allem aber auch geeignete Hunde, um wirklich erfolgreich zu sein. Sauen drücken sich bis zuletzt in den Dickungen, da hilft nur ein schneidiger Hund, um sie herauszubringen. Aber genau hier beginnt das Problem. Gerade drückjagderfahrene Sauen, rauschige Keiler, aber vor allem krankes Wild stecken voller Adrenalin und stellen so eine große Gefahr für unsere vierbeinigen Helfer dar.

Wie aber kann ich dem Hund in solchen Situationen helfen? Der beste Schutz ist sicher eine gute Vorbereitung. Tägliches Training, artgerechte Ernährung und Gehorsam sind eine gute Voraussetzung, damit der Hund in Topform ist. Der Besuch eines Schwarzwildgatters sollte eine Selbstverständlichkeit bei einem noch unerfahrenen Hund sein. Hier lernt er nicht nur, wie sich das Schwarzwild verhält, er lernt auch, einer Sau mit dem nötigen Respekt zu begegnen. Ein Draufgänger mit wenig Erfahrung lebt gefährlich. Die Adresse eines solchen Schwarzwildgatters bekommt man bei jedem Landesjagdverband.

Aus unserem Outfox-World Shop

Auch über seine eigenen Fähigkeiten sollte sich der Hundeführer vorher Gedanken machen. Besitzt er das nötige Werkzeug und Kenntnisse, um seinem Hund bei einem Angriff helfen zu können? Wer noch nie eine Sau mit kalter Waffe abgefangen hat, sollte sich dringend vorher mit anderen Hundeführern darüber austauschen. Sollte es trotzdem zu einer Verletzung des Vierbeiners kommen, weiß ich, wie ich ihm helfen kann? Spezielle Erste-Hilfe-Kurse werden von Hundeschulen oder Tierarztpraxen angeboten. So geschult, fehlt nur noch das Erste-Hilfe-Set. Hier bieten verschiedene Hersteller Komplettsets an. Kompressen, Druckverbände, Desinfektionsmittel, Pfotenverband, Rettungsdecke – das Ganze wasserdicht verpackt – sind Bestandteil solcher Sets.

Hundeschutzweste Evolution von BS Planet

Jagdhund mit Schutzweste

Natürlich bieten auch Hundeschutzwesten einen wirksamen Schutz. Jeder Hundeführer schwört auf seine eigene Marke, wir haben uns mal die Evolution von BS Planet näher angeschaut. Angeboten wird die Weste in acht verschiedenen Größen und für Rüde oder Hündin geliefert. Der Hund sollte beim Tragen der Schutzweste nur wenig von seiner Beweglichkeit einbüßen und nicht behindert werden. Ein sorgfältiges Messen ist also vor einer Bestellung erforderlich. Ein Materialmix aus Cordura, Kevlar, aber auch atmungsaktiven Stoffen soll unseren Jagdfreund schützen. Gerade an den besonders gefährdeten Stellen wie etwa den Halsvenen bieten diese Materialen einen guten Schutz. Verletzungen in diesem Bereich enden schnell tödlich und daher ist die Weste im Bereich Hundehals mehrfach gesichert. Auch ein Abstreifen der Weste bzw. ein versehentliches Öffnen wird so verhindert. Zum Verschließen der Weste sind Reißverschlüsse vernäht, welche anschließend mit einem breiten Klettverschluss verdeckt werden. Die Reißverschlüsse selbst sind mit Stretchstoffen angebracht, so können leichte Figurschwankungen ausgeglichen werden. Beim Hund ist es schließlich wie bei seinem Führer, nach der Grillsaison hat man eine andere Statur als nach einer fordernden Jagdsaison. Trotz der Mehrfachlagen und der widerstandsfähigen Stoffe ist die Weste leicht und behindert so nach einiger Eingewöhnungszeit den Hund kaum. Natürlich sollte man vor der eigentlichen Jagd den Gefährten an die Weste gewöhnen, um keine bösen Überraschungen in Form von Arbeitsverweigerung zu erleben.

Nach der Jagd lässt sich die Schutzweste mit warmem Seifenwasser gut reinigen und so bleibt sie auch gut in der Passform. Bei der Bestellung sollte man ruhig ein wenig großzügig messen, da sie recht eng ausfällt. Um den Hund gut erkennen zu können, ist die Evolution in einem kräftigen Orange gefertigt. Seitlich befinden sich verschiedenfarbige Reflektoren. So ist nicht nur für Sicherheit gesorgt, man erkennt durch die unterschiedliche Farbe, zum Beispiel in der Brombeerhecke, in welche Richtung der Vierbeiner gerade blickt. Gefunden haben wir die Weste zu einem Preis von ca. 225 Euro im Internet. Natürlich bieten andere Hersteller auch maßgefertigte Westen. Die richtige Entscheidung muss hier der Hundeführer treffen. 

Jagdhund im Wald

Jetzt muss der Hund nach erfolgreicher Jagd nur noch heil zum Rüdemann zurückfinden. Gelingt dies nicht, so befindet sich auf dem Halskragen ein großes Feld, um die Telefonnummer einzutragen. Weiterhin bietet der Kragen zwei große Schlaufen, um ein GPS-Halsband zu befestigen. Diese Geräte ermöglichen es, nicht nur den aktuellen Standort des Hundes festzustellen, sondern auch, die zurückgelegten Strecken zuhause auszuwerten. Oft können mehrere Hunde mit einem Empfänger geführt werden und die Halsbänder sind auch mit einem Smartphone kompatibel. Die Anschaffungskosten für solche Geräte sind je nach Ausführung recht hoch und liegen zum Teil bei bis zu 1000 Euro. Auf dem Markt gibt es auch einfachere Ortungshalsbänder, welche über eine einfache App zu bedienen sind. Empfang und Reichweite sind hier immer ein großes Thema. Fakt ist, jedes dieser Geräte sollte vorher zuhause eingerichtet und intensiv getestet werden, sonst wird die erste Jagd schnell zur Computerkurs-Stunde.

Was auch immer Sie nutzen, sorgen Sie rechtzeitig für die Sicherheit ihres Hundes. Er ist für viele von uns ein Freund und Familienmitglied und hat ihre Fürsorge verdient.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!