Waffentransport: So nehme ich meine Jagdwaffen mit ins Revier

Winter ist die Zeit der Gesellschaftsjagden – damit beim Transport von Lang- und Kurzwaffen keine rechtlichen Probleme auftauchen, klären wir die wichtigsten Fragen mit einem Juristen.

Jäger im Revier

Der Winter ist die Hauptjagdzeit des Jahres – es ist die Zeit der Gesellschaftsjagden. Teilweise fahren Jäger quer durch Deutschland, um an einer Jagd teilzunehmen. Immer mit dabei: die Jagdwaffen! Und wer mit Waffen umgeht, muss nicht nur deren praktischen Gebrauch sicher beherrschen, sondern sich ebenfalls mit damit verbundenen rechtlichen Vorschriften in jeder Lebenslage auskennen.

Der korrekte Transport einer Waffe auf Autofahrten sollte jedem Jäger bekannt sein, eine Auffrischung des Wissens schadet aber nie. Wir haben deshalb mit dem Juristen Pierre Pötzl gesprochen. In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel führt er mit seinen Partnern eine Kanzlei, die sich unter anderem auf Jagdrecht spezialisiert hat.

Zuallererst stellt sich die Frage, wie eine Waffe während der Autofahrt verwahrt werden sollte. Dazu gibt Pötzl folgende Anleitung: „Man unterscheidet hier zwischen dem Führen der Waffe, beispielsweise auf dem Weg ins Revier, und dem reinen Transport der Waffe. Im ersten Fall muss die Waffe nur entladen sein, sprich Waffe und Munition müssen voneinander getrennt sein. Dieses sogenannte 'Privileg des freien Führens' gilt nur in unmittelbarem Zusammenhang mit der Jagd. Im zweiten Fall, dem reinen Waffentransport, muss die Waffe entladen und nicht zugriffsbereit sein. Per Gesetz ist dies der Fall, wenn sie in einem verschlossenen Behältnis ist. Ein solches Behältnis wäre zum Beispiel ein fachgerechtes Futteral, das mit einem Schloss versehen ist.“

So weit, so gut. Nun ist jedoch auch die längste Autofahrt irgendwann vorbei. Fragt sich also, unter welchen Umständen eine Waffe im geparkten Auto gelassen werden darf. Grundsätzlich sollte die Waffe bei längeren Pausen nicht im Auto gelassen werden, sondern sich stets im Zugriffsbereich des Waffenführers befinden. Somit ist ausgeschlossen, dass Nicht-Berechtigte Zugriff darauf haben.

„Es gibt allerdings eine Sonderregelung, die beispielsweise beim Schüsseltreiben, dem gesellschaftlichen Miteinander nach der Jagd, in Kraft tritt. Während einer solchen Situation darf die entladene Waffe im Auto verbleiben, allerdings von außen nicht als solche erkennbar sein. In diesem Fall ist es zusätzlich empfehlenswert, den Verschluss der Waffe mitzunehmen, damit der im Auto verbleibende Hauptteil nicht gebrauchsfähig ist“, so Pötzl. Übrigens finden sich in den gesetzlichen Vorschriften keinerlei Unterschiede bezüglich verschiedener Waffentypen, Hersteller oder Modelle.

Jagdschein und Waffenbesitzkarte können schnell entzogen werden

Laut dem Experten ist der klassische Fehler beim Waffentransport im Auto eine nicht entladene Waffe oder eine Waffe, die zugriffsbereit verwahrt ist, obwohl die Fahrt nicht in unmittelbarem Zusammenhang zu einer jagdlichen Tätigkeit steht. Eine solche Nachlässigkeit kann für einen Jäger gravierende Folgen haben. Wie jeder andere unsachgemäße Umgang mit Waffen und Munition führt auch ein solch fehlerhaftes Transportieren der Waffe zum Entzug des Jagdscheins und dem Widerruf der Waffenbesitzkarte.

Wann auch immer die Waffe dem Waffenschrank entnommen wird, sollte sich dementsprechend der Waffeninhaber sorgfältig Gedanken darüber machen, wie diese transportiert, verwahrt und gesichert wird, bis sie wieder im Waffenschrank ankommt. Fazit: Lieber einmal zu viel informieren und planen, als sich aus Unwissenheit falsch zu verhalten und den Jagdschein zu riskieren.

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