Afrika: Unfälle mit Elefanten sind keine Seltenheit

Der tragische Tod eines südafrikanischen Berufsjägers sorgt weltweit für Schlagzeilen. Allerdings gibt es mehr ähnliche Unfälle mit Fototouristen als mit Jägern.

Elefant

Foto: hbieser

Der tragische Tod eines südafrikanischen Berufsjägers und Vaters von fünf Kindern beschäftigt die Medien und sozialen Netzwerke weltweit. Theunis Botha (51) war mit Jagdgästen auf der Jagd in Simbabwe zufällig mit einigen Elefantenkühen und Kälbern zusammengestoßen. Ein Tier griff unvermittelt an und packte ihn mit dem Rüssel. Einer der Jäger schoss die Kuh in Notwehr. Sie fiel allerdings auf Botha und tötete ihn. Die Jagd war legal. Kontrollierte Elefantenjagd ist in Simbabwe erlaubt, denn das Land hat trotz der Wildereikrise in Afrika einen Überbestand an Elefanten, die die Wälder und damit die Lebensgrundlage vieler Wildtiere zerstören. Allerdings ist nicht bekannt, ob die Gruppe auf Elefanten oder eine andere Tierart jagte.

Schon im April war in Simbabwe ein Berufsjäger zu Tode gekommen. Krokodile hatten Scott van Zyl (44) getötet und aufgefressen. Die Berufsjäger Botha und van Zyl waren beide Hundeführer und miteinander befreundet. Die beiden Ereignisse zeigen, dass Afrikas Wildnis mit ihrem Großwild auch heute noch Gefahren birgt, wenn man dort zu Fuß auf Pirsch oder Fotosafari unterwegs ist. Allerdings sind solche Vorfälle auf der Jagd seltener, als die Duplizität der aktuellen Ereignisse dies erscheinen lässt. Afrikakenner wissen, dass das Gefährlichste an der Jagd die Fahrt mit dem Auto ins Jagdgebiet ist. In den vergangenen Jahren sind kaum mehr als ein Dutzend Berufsjäger oder Jagdgäste durch Wildtiere zu Tode gekommen. Die Anzahl der getöteten nicht-jagenden Touristen liegt deutlich höher. Ganz ähnlich wie Theunis Botha ging es beispielsweise einem Touristenführer im Selous Wildreservat in Tansania. Anton Turner (38) begleitete eine Gruppe Kinder und ein Fernsehteam der BBC, als ihn ein Elefant unerwartet angriff. Ein zweiter Safariführer schoss den Elefanten in Notwehr, aber Turner war zu dem Zeitpunkt schon tödlich verletzt.

Dass es mehr ähnliche Unfälle mit Fototouristen als mit Jägern gibt, liegt nicht nur daran, dass ihre Zahl größer ist. Touristen sind auch weniger an den Umgang mit Wildtieren gewöhnt. Außerdem setzen sie sich leichtsinnig Gefahren aus, oft beim Fotografieren, da sie wilde Tiere aus dem Fernsehen zu kennen glauben und von deren Harmlosigkeit Menschen gegenüber überzeugt sind. Vor allem in exklusiven Naturschutzgebieten ist es seit einiger Zeit üblich geworden, dass Touristen zu Fuß auf begleitete Fotopirsch gehen dürfen und sich dadurch vermehrt Risiken aussetzen. Dass aber selbst Autos nicht immer Schutz vor Elefanten bieten, zeigen Filme auf YouTube. Häufig fühlen sich Elefanten durch Touristenautos gestört und greifen an. Es ist deshalb gar nicht so selten, dass Wildhüter solche Tiere dann zum Schutz von Fototouristen abschießen müssen.

Die meisten Unfälle mit Elefanten und anderem Wild erleiden jedoch die afrikanischen Kleinbauernfamilien vor Ort, die Seite an Seite mit dem gefährlichen Großwild leben müssen. Einige hundert Menschen sind auf diese Weise in den vergangenen Jahren in Afrika zu Tode gekommen. Die meisten Vorfälle passieren in abgelegenen Dörfern weitab im Busch. Über sie wird nicht berichtet, und keine Statistik zeichnet die Fälle auf.

Sehen Sie hier ein Video zu einer Elefanten-Attacke auf ein Touristenauto:

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!