ASP im Fokus (III): Das Schwarzwild, die Seuche und die Politik

Warum die Afrikanische Schweinepest (ASP) für Jäger und Bauern ein guter Grund ist, aufeinander zuzugehen.

Schwarzwild

Foto: Bálint Fülöp

Wer Augen im Kopf hat, kann nicht übersehen: Die Sauen-Schwemme durch Klimawandel und „Energiewende“ wird zum Mega-Problem. Auch bei der Schweinepest-Bekämpfung. Nicht nur rot-grüne Politiker haben sich in den vergangenen Jahren viel ausgedacht, um Jägern das Leben schwer zu machen. Nun wächst der Gesellschaft das Schwarzwild über den Kopf und die Jäger sollen den sonst so forschen Mandatsträgern aus dem Schlamassel helfen – nicht selten gegen die Regeln von Tierschutz und Waidgerechtigkeit. Wie beim Rotwild, in manchen Forstamtsstuben der Staatsfeind Nummer eins.

Klar ist: Schwachsinn wie der, dass verschärfter Jagddruck das Sauen-Problem verursacht, ist quer durch die Parteien endlich nicht mehr gesellschaftsfähig. Überläufer-Bachen rauschen auch in Schutzgebieten bereits im ersten Lebensjahr, obwohl dort die Jagd gänzlich ruht. Es muss wohl doch am wärmer werdenden Klima liegen. Und am ausufernden Energiepflanzen-Anbau.

Der daraus folgende Eiertanz wäre erheiternd, ginge es nicht um sehr ernste Dinge. Wie soll man ein Publikum bedienen, das verbreitet Jagd für legalisierten Mord hält, und zugleich die Jäger für verstärkte Aktivität gewinnen? Wie lassen sich die existenzbedrohten Bauern davon überzeugen, dass wenigstens ein paar Schussschneisen und Blühstreifen frei von Mais bleiben müssen, wenn Artenschutz funktionieren soll und die Sauen nicht endgültig zur Plage werden sollen?

Und wie soll man den Jägern vermitteln, dass solche Politik einerseits Fallenjagd und klassische Hundeausbildung zur Barberei erklärt – und andererseits den Schuss auf trächtige oder gar führende Bachen toleriert? Als vermeintlich letztes Mittel gegen die menschengemachte Verbreitung von Seuchen wie der Schweinepest. Und zum Schutz der standortfremden Feldfrucht.

Manche Landwirte werden bei solchen Hinweisen laut protestieren. Wie bei jeder noch so leisen Kritik am Maisanbau. Andere werden hoffen, dass es die Politik schon richten wird. Eine eher trügerische Hoffnung angesichts der akuten Bedrohung durch das Virus aus dem fernen Afrika. Vernünftiger wäre wohl eine Rückbesinnung auf die bewährte Zusammenarbeit zwischen Jagd und bäuerlicher Landwirtschaft.

Nicht nur in Bayern sind durch Maisanbau geprägte Reviere nicht mehr zu verpachten. Die Verlängerung langjähriger Pachtverträge scheitert an ein paar Quadratmetern für Schussschneisen oder dem Maisanbau bis an die Waldränder. Schadenersatz wird zum unkalkulierbaren Risiko, bleibt letztlich an den Jagdgenossen hängen, also an den Bauern. Wie der Zorn der Schweinemäster, deren Tieren die Keulung droht.

Wie immer im Leben ist Versöhnung meist eine Frage des Muts, den ersten Schritt zu gehen

Derweil eiert die Politik schon bei der Frage, ob die Überläufer-Schonzeit tatsächlich aufgehoben werden muss, um des Sauenproblems Herr zu werden. Entsprechende Notverordnungen werden lieber an die Unteren Jagdbehörden durchgereicht. Sollen die doch den Ärger mit Peta & Co. haben.

Wie immer im Leben ist Versöhnung meist eine Frage des Muts, den ersten Schritt zu gehen. Die Schweinepest ist ein guter Anlass für Landwirtschaft und Jäger, diesen Mut zu zeigen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema:
ASP im Fokus (I): Die Jäger und die Seuche
ASP im Fokus (II): Das schafft keine Sau
Afrikanische Schweinepest: Was Jäger jetzt beachten müssen
Afrikanische Schweinepest: Handeln auf allen Ebenen
Afrikanische Schweinepest: Jäger stärker gefordert

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