ASP im Fokus (IV): Die Seuche lässt kaum Überlebenschancen

Die Ansteckungsgefahr bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist eher gering, der Verlauf aber fast immer tödlich.

Wildschwein

Foto: Ryszard Adamus

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ähnelt in den Symptomen stark der Klassischen Schweinepest (KSP), obwohl sich die Erreger deutlich unterscheiden. Befallene Schweine bekommen nach einer Inkubationszeit von bis zu zwei Wochen Schwäche, hohes Fieber und Atembeschwerden, ähnlich einer Lungenentzündung. Typisch sind Blutergüsse an Ohren und Schwanz, mitunter auch blutiger Durchfall.

Die Krankheit endet mit wenigen Ausnahmen tödlich. Vorbeugende Impfungen sind anders als bei der Europäischen Schweinepest nicht möglich. Die wenigen Tiere, die eine Infektion überleben, können das Virus noch über Monate ausscheiden und entwickeln keine Immunität gegen weitere Ansteckungen.

Außerhalb des afrikanischen Kontinents gab es auch in der Vergangenheit einzelne ASP-Ausbrüche: in Brasilien und der Dominikanischen Republik, auf Haiti und Kuba, aber auch in Europa, so in Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, auf Malta und in den Niederlanden. Als Ursache wird der Güter- und Reiseverkehr vermutet.

Deutschland gilt erstmals als gefährdet, seit die Seuche im Jahr 2014 in Polen und zuletzt auch in Tschechien nachgewiesen wurde. Dort gilt als Ansteckungsquelle die Verschleppung aus der Ukraine und Weißrussland, durch den Handel mit Fleisch und lebenden Tieren, aber auch durch Schwarzwild.

Zur Bekämpfung einer weiteren Ausbreitung gelten in Deutschland die gleichen Seuchenbestimmungen wie bei der Klassischen Schweinepest. Bereits Verdachtsfälle sind anzeigepflichtig. Bestätigt sich die Diagnose, wird der gesamte Stallbestand getötet, gegebenenfalls auch in benachbarten Betrieben innerhalb einer Sperrzone im Radius von drei Kilometern.

Bei einem Ausbruch in Deutschland rechnen Experten mit einem empfindlichen Anstieg der Verbraucherpreise

Russland hat nach dem ASP-Ausbruch in Polen ein Importverbot für Schweinefleisch aus den EU-Ländern erlassen. Der dortige Absatz entsprach einem Viertel der gesamten EU-Produktion. Dieser Ausfall sorgte für einen deutlichen Preisverfall auf dem EU-Binnenmarkt – bis hin zu nicht mehr kostendeckenden Erlösen.

Bei einem größeren Ausbruch und einer großflächigen Verschleppung in Deutschland rechnen Experten jedoch nicht mit Preisverfall, sondern mit einem empfindlichen Anstieg der Verbraucherpreise wegen der dann eintretenden Verknappung des Schweinefleischangebots. Zugleich dürfte die bereits bei anderen Nutztierseuchen eingetretene Verbraucher-Skepsis den Fleischkonsum insgesamt einbremsen – auch was Wildbret betrifft.

Lesen Sie hier mehr zum Thema:
ASP im Fokus (I): Die Jäger und die Seuche
ASP im Fokus (II): Das schafft keine Sau
ASP im Fokus (III): Das Schwarzwild, die Seuche und die Politik
Afrikanische Schweinepest: Was Jäger jetzt beachten müssen
Afrikanische Schweinepest: Handeln auf allen Ebenen
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