Der Wolf als Scheidungsgrund

Der Streit ums Raubtiermanagement und die rot-grüne Koalition in Niedersachsen – eine Analyse.

Wolf im Gang

Foto: GaborGulyas

Im links-grünen Lager ist die abtrünnige Abgeordnete Elke Twesten zur Hassfigur geworden. Bevor sie ihrer Partei die Brocken hingeworfen hat und so die rot-grüne Regierungskoalition in Niedersachsen platzen ließ, kämpfte die 54-Jährige vergeblich für mehr Bürgernähe. Zum Beispiel beim Umgang mit den Wölfen.

In interessierten Kreisen steht die Politikerin schon länger unter verschärfter Beobachtung. Schon bevor sie von den Grünen nicht mehr als Landtagskandidatin aufgestellt wurde, hatte sie sich sehr unbeliebt gemacht. Vor allem mit Widerworten zum Reizthema Wölfe. Zum Beispiel mit dem Einwand, dass die Beweidung der Deiche nicht mehr möglich sein wird, wenn die Schäfer ihre Tiere nicht länger der Wolfsgefahr aussetzen wollen.

Dass Wölfe auch den Küstenschutz gefährden könnten, ist für Menschen, die am Deich leben, durchaus ein Thema. Nur im rot-grünen Lager kam so viel Bürgernähe allerdings nicht so gut an. Die Kritik, die Frau Twesten mit ihren Zwischenrufen in einschlägigen „Freundesgruppen“ auslöste, war sicherlich mit schuld daran, dass die Politikerin als Landtagskandidatin durchfiel.

Nun ist die Ein-Stimmen-Mehrheit der rot-grünen Landesregierung futsch und der grüne Umweltminister Stefan Wenzel vergießt Krokodilstränen: „Im Nachhinein hatten sich auch sehr viele um sie bemüht, aber dass sie am Ende so einen Schritt vollzieht, das hat keiner erwartet.“ Elke Twesten hatte sich nach ihrem spektakulären Schritt beklagt, dass ihre Fragen auch von „grünen“ Ministerien nicht ausreichend beantwortet worden seien. Speziell zur Wolfsdebatte sagte die Politikerin: „Wer als politische Partei die Ideologie über die tatsächlichen Erfordernisse stellt, entfernt sich von den Menschen und deren Realität.“ Zur Erinnerung: In Hannover ist sogar ein Rettungsanhänger stationiert, um bei Unfällen verletzte Wölfe schnell zu versorgen.

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