Deutscher Naturschutzring kontra Naturschutz

„Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Nach dieser Devise handeln die Jagdgegner. Allerdings werden Lügen nicht wahrer, wenn man sie gebetsmühlenartig wiederholt.

Jagdtrophäe an der Wand

Foto: Rob Ainslie

Wieder einmal verstößt der deutsche Naturschutzring (DNR) gegen sein erklärtes Ziel, den Schutz der Natur. Arm in Arm mit radikalen Anti-Jagd-Organisationen sowie Naturschutzbund (NABU) und Co. fordert er von Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks ein Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen, so steht es in einer Pressemitteilung.

Dafür hat der DNR schon vor gut einem Jahr in einem Schreiben an die Ministerin plädiert. Frau Dr. Hendricks hat damals ausführlich geantwortet, die ärgsten Unterstellungen widerlegt und das Anliegen zurückgewiesen. Dem DNR und seinen Mitstreitern geht es aber ohnehin vor allem um Propaganda. Denn das deutsche Umweltministerium ist in dem Fall gar nicht der richtige Adressat für die Forderung nach Verboten. Das wäre die EU-Kommission, und da ist man der Meinung, dass kontrollierter Jagdtourismus der Natur und den Menschen in Afrika helfen kann.

Auch im Parlament wurde das geforderte Einfuhrverbot für Jagdtrophäen mit großer Mehrheit abgeschmettert (wir berichteten). Die Fachleute sind sich mit den meisten Wissenschaftlern einig: Nachhaltiger Jagdtourismus und Fototourismus ergänzen sich. Beides sind sinnvolle Formen der Landnutzung. Sie können verhindern, dass Lebensräume des Wildes durch Viehhaltung oder Besiedlung zerstört werden. Selbst der oft zitierte Löwe „Cecil“, der in Simbabwe von einem US-Jäger erlegt wurde, wäre wahrscheinlich nie geboren worden, wenn dort Rinder-Züchter nicht auf Wildgehege und selektive Jagd umgestiegen wären. Ganz besonders bedauerlich ist, dass die Kampagne gegen den Jagdtourismus den durchführenden Organisationen vor allem zur Spenden-Akquise dient. Gleichzeitig entzieht man Afrika die Mittel zum Schutz des Wildes. „Wir werden von den europäischen Jagdgegnern gar nicht angehört“, klagte die Vertreterin Namibias auf der Generalversammlung des internationalen Jagdrates (CIC) am 29. April. Sie fuhr fort: „Ohne Jagd hat das Wild bei uns keine Zukunft.“ 

Kenia ist schon vor 30 Jahren dem Rat der Jagdgegner gefolgt und hat die Jagd verboten. Seitdem sind 80 Prozent des Wildes verschwunden. Dieses Beispiel ist kaum geeignet, die Forderung nach einem Einfuhrverbot für Trophäen sinnvoll erscheinen zu lassen.

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