Die Wölfe und der Artenschutz

Mittelschwedens größter Freilandschafzüchter gibt nach einer Serie von Massen-Rissen auf. Zugleich beklagen Naturschützer den Artenschwund durch Verlust von Viehweiden.

Wolf

Foto: rycky21

Der Massentod von Weideschafen – wie bei uns im Schwarzwald – ist wohl nicht so ungewöhnlich: Nachdem er in einer Nacht 50 Tiere verlor, gibt Mittelschwedens größter Freilandbetrieb auf. Die Angst der Bauern vor den Wölfen wird zunehmend auch zum Artenschutzproblem, warnen Naturschützer.

Wie sich die Bilder gleichen: Wenige Tage nach dem Angriff auf eine Schafherde im Schwarzwald mit 44 toten Tieren (wir berichteten), meldet Schweden den bisher schlimmsten Fall seit Heimkehr der Wölfe. Kaum zu glauben: Noch während der Aufräumarbeiten kam es zu einem weiteren Angriff auf die Herde. Mit zusätzlichen 19 Opfern.

Der betroffene Schafzüchter in Molstaberg nicht weit von Stockholm gibt nun entnervt auf. Insgesamt hat er in den vergangenen Jahren mehr als 150 Tiere verloren. Die vom Staat subventionierte Anschaffung eines Schutzzauns neuester Technik brachte nur ein Jahr Ruhe. Zudem verweigern die Behörden die Genehmigung einer Schutzjagd.

Was den Bauernverband und andere Gegner einer unkontrollierten Ausbreitung der Wölfe besonders empört: Die Naturschutzvereinigung, vergleichbar mit unserem Nabu, beklagt zeitgleich, dass der massive Rückgang der Weidetierhaltung für dramatischen Artenschwund sorgt: „Laut Arten-Datenbank für Schweden sind 1300 Arten durch den Wiederbewuchs (der Weideflächen, d. Red.) bedroht.“ Diese Entwicklung sei ähnlich bedrohlich wie der vermehrte Einsatz von Agrarchemie.

klar ist: Mehr Wölfe und zugleich Schutz der artenreichen Kulturlandschaft – das geht nicht zusammen

Spannend: Zugleich kämpft der Öko-Verband für eine Aufweichung der Obergrenzen, die der schwedische Reichstag mit großer Mehrheit für die Wolfspopulation und deren „günstigen Erhaltungszustand“ festgelegt hat. Für die gebeutelten Bauern ist klar: Mehr Wölfe und zugleich Schutz der artenreichen Kulturlandschaft – das geht nicht zusammen.

Auch klar: Weniger Schafe werden nicht produziert, wenn immer mehr Freilandhalter entnervt aufgeben. Die von Tierschützern und Bio-Fans geforderte Weidewirtschaft weicht nur zunehmend der Massentierhaltung in Stallungen.

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