Die Wolfsangst und die Rechtsparteien

Nicht nur im Osten Deutschlands ist der Wolf ein Wahlkampfthema. Erstaunlich, dass die etablierten Parteien das Feld wie gelähmt den Rechtspopulisten überlassen.

Wolfsduo fletscht die Zähne

Symbolbild: MRCat

Als dieser Tage der Verein „Sicherheit und Artenschutz“ ein durchaus bemerkenswertes Gutachten zu den Zweifeln an der Reinrassigkeit der sächsischen Wölfe vorlegte, nützte Frauke Petry dankend das Podium. Die Afd-Partei tat es ihrer ehemaligen Chefin gleich und unterstützte lauthals die Forderung nach gründlicher Untersuchung.

Die übrigen Parteien beschränken sich aufs Schweigen, auch die CDU. Dabei ist die Frage, ob der Freistaat Sachsen echte Wölfe schützt – oder in Wahrheit nur Mischlinge – von erheblicher Bedeutung. Mischlinge sind nach der Berner Artenschutzkonvention zwingend zu entnehmen. Ob sie in Deutschland stattdessen mit auch finanziell erheblichem Aufwand geschützt werden, ist eine durchaus wichtige Frage – auch für den Artenschutz.

Der genannte Verein „Sicherheit und Artenschutz“ ist, zugegebenermaßen, ein rotes Tuch für unsere Pro-Wolf-Szene. Andererseits hat er für die Mischlings-Theorie durchaus respektierte Experten aufgeboten. Und dazu hin enthüllt, dass die offiziellen Wolfsexperten des Freistaats Sachsen nicht einmal einen „echten“ Wolfschädel besitzen, um die tot aufgefundenen Tiere aus der sächsischen Population mit dem „Original“ zu vergleichen.

Der Wiederansiedlung von Canis lupus wohlmeinende Sachkenner sind ohnehin der Ansicht, dass die Unterscheidung zwischen Wolf und Mischling kaum noch möglich sei. Was nicht bedeutet, dass sie weiterer Vermischung – wie letzthin in Thüringen unter dem Druck von Wolfsfreunden behördlich geduldet – das Wort reden. Auch die Pro-Experten wissen zu genau, dass fortschreitende Hybridisierung den Schutz der Wölfe auf längere Sicht gefährdet.

Ähnlich verhält es sich mit den alljährlichen Rechentricks, die einer interessierten Öffentlichkeit vorgaukeln sollen, dass unsere Wolfspopulation verschwindend klein sei. Dass selbst Fachleute wie die Wolfskennerin Elli Radinger vor solchen Tricksereien warnen, lässt die politischen Verantwortlichen meist unbeeindruckt. Wozu hat man seine aus Steuergeldern bezahlten Experten?

Menschen, die von den Wölfen leben

Dass das gemeine Volk zunehmend an den mit der Sache betrauten Institutionen zweifelt und sich seinen eigenen Reim macht, ist die Kehrseite der Medaille. Zumal dann, wenn die staatlichen Schadenersatzleistungen für betroffene Weidetierhalter geradezu lächerlich klein wirken im Vergleich zum Aufwand für das sogenannte Wolfsmanagement. So wird das Thema zum fruchtbaren Feld für Populisten und immer mehr zum Nährboden für Menschen, die von den Wölfen leben – aber nicht unbedingt für deren gute Zukunft. So wahr Lügen kurze Beine haben.

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