Für die Linken ist das Wild umsonst

Die Linke in Rotenburg an der Wümme will, dass Jäger 70 Prozent ihres Wildbrets an Bedürftige spenden. Begründung: Wild ist „geldwerter Vorteil“ der Jäger.

Hirsch

Jagdszenen aus Rotenburg an der Wümme: Die Linke fordert, dass die Jäger zum Ausgleich für den Wegfall der Jagdsteuer 70 Prozent ihrer Beute für Bedürftige spenden müssen (wir berichteten). Die AfD im Kreistag will die Steuer beibehalten – wegen der Flüchtlingskosten. 

Zunächst zu den Linken: Die haben zwar offenbar keine Ahnung, aber davon jede Menge. Nachdem das Wild herrenlos sei und allein die Jäger das Privileg hätten, sich wilde Tiere anzueignen, entstehe ein „geldwerter Vorteil zu Gunsten der Jäger“. Deshalb sollen diese, wenn sie schon keine Jagdsteuer mehr bezahlen müssen, „70 % einer Jagd als Frischfleisch an die neun Lebensmittelausgabestellen der Tafeln im Landkreis Rotenburg“ abgeben, „um die große Nachfrage zu stillen“.

Wir gehen mal zur Güte davon aus, dass die Linken im Rotenburger Kreistag noch nicht mitbekommen haben, wie das in Westdeutschland läuft: Im Gegensatz zu den DDR-Bonzen, die es auf Staatskosten krachen ließen, werden in der Bundesrepublik saftige Pachtpreise fällig, meistens weit mehr Geld, als durch den Wildbret-Wert hereinkommt.

In einem Punkt ist die Argumentation der niedersächsischen Linken allerdings nicht von der Hand zu weisen: „Die Unterstützung bedürftiger Familien mit Frischfleisch ist eine soziale Aufgabe, die uns alle angeht und mit geringem Aufwand verwirklicht werden kann.“ Aber bitte nicht als zusätzliche Last für Jägerinnen und Jäger.

Worüber sich reden ließe, ohne den direkt betroffenen Pächtern vorzugreifen, wäre die Idee, die Tafeln zu Freundschaftspreisen zu beliefern. Aber dann soll die Politik sicherstellen, dass auch die Veganer-Szene zustimmt. Und die Linke soll endlich begreifen, dass die Jagdsteuer aus gutem Grund in weiten Teilen Deutschlands abgeschafft ist – zum eher bescheidenen Ausgleich der Jäger-Leistungen fürs Gemeinwohl.

Womit wir bei der AfD wären, die wie die Linken am liebsten an der Jagdsteuer im Kreis Rotenburg festgehalten hätte. Vor dem Hintergrund, dass der Landkreis „infolge der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr massiv neue Schulden gemacht“ habe, heißt es in einer AfD-Erklärung, bleibe „ein fader Beigeschmack“: „Die Mehrheitsgruppe verteilt schon vor Weihnachten Geschenke.“

Wir lernen: Stimmungsmache gegen Jagd und Jäger ist keine Spezialität der Linksparteien, sondern taugt offenbar auch zum Stimmenfang unter „Wutbürgern“. Im Landkreis Rotenburg an der Wümme geht es um jährlich 80.000 Euro Jagdsteuereinnahmen. Bei der Bundestagswahl bekommen Kleinparteien und ihre Direktkandidaten kräftig Staatsknete: 2,80 Euro für jede Erststimme und nochmal 85 Cent für die Zweistimme. Erst ab vier Millionen Wählerstimmen sinkt das Kopfgeld auf 70 Cent.

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