GroKo-Zoff um den Wolf

Der Wolf in Deutschland war ein heiß diskutiertes Thema in den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD. Umweltministerin Hendricks (SPD) versuchte angeblich, die Sitzung zu stürmen – ohne Erfolg.

Wenn „Bild“ und „Focus“ richtig liegen, gab es in den Berliner Koalitionsverhandlungen richtig Zoff ums Wolfsmanagement. Die kompromisslosen Befürworter blieben auf der Strecke – auch die noch amtierende Bundesumweltministerin.

Erst die positive Nachricht: Die Märchenerzähler hatten bei den Gesprächen der Spitzenpolitiker offenbar keine Chance. Es gab keinen Streit darum, dass es in Deutschland bei realistischer Zählweise mindestens 500 Wölfe gibt – und dass diese Population jährlich um 20 bis 30 Prozent wächst.

Michael Grosse-Brömer, Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, setzte sich offenbar mit der Forderung nach einer Bestandskontrolle durch. Auch durch „letale Entnahme“. Über „Problemwölfe“ wurde ohnehin (fast) nicht gestritten. Ihr Abschuss findet mittlerweile auch vermehrt Unterstützung in der SPD.

Spannend am Rande: Die noch amtierende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks wollte zwar mitreden, durfte aber nicht, da sie nicht zu den GroKo-Spitzen gehört. Bild berichtet, dass die SPD-Frau den Sitzungssaal „stürmen“ wollte. Es sei zu „emotionalen Szenen“ gekommen.

Eher gelassen kommentierte der Deutsche Jagdverband den Kompromiss der Koalitionsverhandlungen: „Es gibt kein Land auf der Erde mit Wolfsvorkommen, das so dicht besiedelt ist wie Deutschland“, deshalb sei ein realistisches Wolfsmanagement geboten.

Die Grünen, die nach dem Jamaika-Scheitern aus dem Spiel sind, reagierten mit einer gemeinsamen Erklärung der Wolfsexperten ihrer Landtagsfraktionen: Geboten sei mehr Hilfe für die Weidetierhalter. Natürlich hagelte es auch Kritik an den Koalitionsverhandlungen: „Mit der GroKo scheint das Rotkäppchen-Syndrom durchgegangen zu sein“, sagte der Naturschutz-Sprecher der Grünen, Christian Meyer. Obwohl es keine neue Gefährdungslage durch Wölfe gebe, werde billiger Populismus auf dem Rücken des Naturschutzes betrieben.

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