Hamburg und die Tierrechte

Nach den Hamburger Gipfel-Krawallen diskutiert die Nation, wie weit Protest gehen darf. Ein guter Anlass für die Tierrechte-Szene, sich von ihrer Krawall-Fraktion zu distanzieren.

G20-Krawalle in Hamburg

Foto: Tama66

Wie im richtigen Demo-Leben auch wird unter Tierrechtlern seit vielen Jahren gestritten, wie weit Zweckbündnisse gehen dürfen. Nicht nur mit Sekten wie dem „Universellen Leben“, sondern auch mit militanten Gruppen, die in Stallungen einbrechen oder Hochsitze zerstören.

Die Hamburger Gewaltszenen lehren: Es gibt einen Punkt, an dem die Randalierer den Bürgern so auf den Wecker gehen, dass sie auch für berechtigte Anliegen kaum noch zu gewinnen sind. Aktivisten beispielsweise, die arglose Passanten wegen eines Pelzkragens mit Farbe besprühen, sind ebenfalls auf dem Weg, jede Akzeptanz in der Gesellschaft zu verlieren.

Es wäre schade um die vielen Denkanstöße, die der friedliche Tierschutz auf den Weg gebracht hat. Gerade auch die Großen der Fleischindustrie fürchten nichts mehr als den Tierquälerei-Vorwurf. Unter Jägern erleben die traditionellen Regeln der Waidgerechtigkeit ein Renaissance – gerade in Zeiten der „Wald vor Wild“-Debatte.

Bedauerlich ist, dass auch viele gewissenhafte Tierfreunde beim Verteilen ihrer Sympathien nicht selten sehr unkritisch sind, etwa im Umgang mit Peta. Sicher ist zudem: Nicht überall, wo „Öko“ drauf steht, ist auch Tierliebe drin. Allzu oft richten sich die Vorurteile gegen Gutwillige wie die allermeisten Jäger.

Wer zu unvoreingenommener Wahrnehmung fähig ist, kann nicht übersehen, wie die Sprache in Teilen der Szene verroht, etwa wenn Todesfälle durch Wildtiere bejubelt werden, selbst dann wenn sie Kinder betreffen. Oder bei der klammheimlichen Freude über Tierbefreier, die nicht nur Gesetze brechen, sondern oft genug auch immense Schäden an Natur und Kreatur anrichten.

Mancher mag sagen, sowas sei mit den Hamburger Chaostagen nicht zu vergleichen. Aber die Anfänge ähneln sich doch überdeutlich. Bis hin zu den dummen Sprüchen, dass ein bisschen Gewalt nicht schaden könne. Es ist an der Zeit, klare Grenzen zu ziehen. Auch im Sinne der Tierrechte, denen Kriminelle einen Bärendienst erweisen.

Womöglich wichtigste Lehre für gutbürgerliche Verbände: Wenn´s eng wird, lassen Politiker auch ehemalige Verbündete fallen wie die berühmte heiße Kartoffel.

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