Jäger Kieling bringt die Jäger in Wallung

Andreas Kieling in Afrika

Mit Impressionen aus dem „wilden Afrika“ feierte Andreas Kieling am Sonntag sein 25-jähriges Tierfilm-Jubiläum im ZDF. (Foto: ZDF)

Selten sind sich unsere Nutzer bei Facebook so einig wie in der Kritik an Tierfilmer Andreas Kieling. Am Sonntag feierte der im ZDF sein 25-jähriges Film-Jubiläum – und auf die Ankündigung der Sendung hagelte es negative Kommentare. Der Mann hat es sich mit vielen Jägern offenbar gründlich verdorben – obwohl er selber Jäger ist. Dafür gibt es gute Gründe. Vor allem den, dass Kieling sich als Kronzeuge der militanten Tierschutz-Szene missbrauchen lässt.

Bisheriger Höhepunkt des schon lange schwelenden Streits war ein Film über die Heimkehr der Wölfe nach Deutschland. Da musste der Tierfilmer zugeben, dass er den Fernsehzuschauern handzahme Wolfshunde als Wölfe präsentiert hatte. Peinlich, auch wegen der Wirkung auf Laien, die so den Eindruck haben konnten, dass es tatsächlich um harmlose Kuscheltiere geht.

Schlimm, wenn so was Hobby-Experten wie Reinhold Beckmann oder Markus Lanz passiert wäre. Aber noch viel schlimmer, wenn ein ausgewiesener Fachmann wie der gelernte Berufsjäger Kieling ein derart verfälschtes Bild von einem Raubtier verbreitet und die Wolfshysterie gewisser Tierschutz-Kreise noch vertieft.

Fürs ZDF war die Sache zwar peinlich und die Programmverantwortlichen versuchten sich aus der Affäre zu mogeln: „Die Aussage, dass wieder wilde Wölfe in Deutschland leben, wird durch die gezeigten Bilder nicht falsch.“ Für den Autor der Mogelpackung blieb das ohne nennenswerte Folgen.

Kieling selbst brachte die Sache – wohl unfreiwillig – sogar auf den Punkt: „Der einzige Vorwurf, den man mir machen kann, ist, dass ich ein zu positives Bild zeichne, eine Vertrautheit von Wölfen am helllichten Tag, die so nicht authentisch ist.“ Aber genau um die Frage, ob Wölfe ungefährlich sind, geht es in der immer heftiger geführten Debatte.

Nebenbei: Einer der engagiertesten Fürsprecher der heimgekehrten Wölfe, der Oberammergauer Forstmann Ulrich Wotschikowsky, lässt kaum ein gutes Haar am prominenten Tierfilmer: In einigen nordamerikanischen Schutzgebieten sei Kieling wegen seiner Methoden unerwünscht. Als Botschafter der Wölfe sei er ungeeignet. Die müssten nämlich „Authentizität und Glaubwürdigkeit“ mitbringen: „Kieling hat keins von beiden. Ihm fehlt der Respekt vor seinen wilden Protagonisten, und er verarscht sein Publikum.“


„Ich könnte kotzen, dass so was in Deutschland möglich ist.“

Andreas Kieling über die Entnahme von Wolf „Kurti“


Auf der Facebook-Seite von Andreas Kieling gibt es seine Sicht der Dinge rund um das Thema Wolf in mehreren Videos zu bestaunen. In diesem Video, welches zwei Tage nach der Entnahme des Wolfes „Kurti“ gedreht wurde, lässt sich Kieling sieben Minuten lang über den ersten „Kill“ eines Wolfes in Deutschland seit der Rückkehr der Tiere aus. Dabei fallen Sätze, die nicht gerade für eine tiefgreifende Sachkenntnis sprechen, wie: „Seit zwei Tagen ist in Deutschland wieder die Wolfsjagd eröffnet.“ Oder: „Ich bin so sauer, ich bin so enttäuscht, ich bin so traurig. Ich könnte kotzen, dass so was in Deutschland möglich ist.“ Zum Abschluss präsentiert Kieling noch einen eher merkwürdig anmutenden Vergleich: „Wir haben jedes Jahr in Deutschland 3.500 Verkehrstote. Kein Mensch sagt: ‚Wir müssen das Autofahren verbieten’.“ „Das nimmt man in Kauf – also wo ist da die Gerechtigkeit?“, fragt er seine Facebook-Freunde und ruft zum fleißigen Kommentieren und Teilen seines Beitrages auf.

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