Kein Jahr für die Hassprediger

Das war 2017 aus der Sicht von Jagd und Natur. Ein Kommentar.

Winterlandschaft

Foto: AlainAudet

Das endende Jahr und die Jäger: Grund zum Jubeln gibt es nicht, aber ein wenig Hoffnung. Vor allem, weil einige Allmachtsfantasien realitätsferner Hassprediger zunehmend obsolet werden. Und weil auch Politiker der Grünen begreifen, dass mit Anbiederung an Realitätsverweigerer kein Staat zu machen ist.

Wer es nach den Landtagswahlen des Jahres 2017 immer noch nicht glauben wollte, der musste spätestens nach der Bundestagswahl einsehen, dass die rot-grünen Mehrheiten wohl für geraume Zeit Schnee von gestern sind. Also jene Mehrheiten, die Politik abseits mancher Realität erst möglich machten. Besonders auch in Fragen von Jagd und Tierschutz.

Das drastischste Beispiel: In Nordrhein-Westfalen hat es sich „ausgeremmelt“. Was Jäger-Argumente und Protestkundgebungen zunächst nicht vermochten, erledigten Wählerinnen und Wähler sekundenschnell mit ihrem Kreuzchen. Das neue NRW-Jagdgesetz ist Makulatur, eine umfassende Überarbeitung bereits in Arbeit.

In Niedersachsen zerbrach die rot-grüne Regierungskoalition auch an einer Wolfspolitik, die Raubtierschutz über Menschenschutz stellen wollte, weil die meisten Grünen nicht wahrhaben wollten, dass die Deiche ohne Schafweide kaum zu halten sind. Und dass der Schutz beider nicht zugleich möglich sind.

Nach den vorgezogenen Neuwahlen sind die Grünen in Hannover weg von der Regierungsbank. Das Sagen hat nun ein SPD-Ministerpräsident, dem die Wählermehrheit wichtiger ist als Ideolog(inn)en. So wie in Mecklenburg-Vorpommern mit Till Backhaus ein bekennender Jäger für Augenmaß sorgt.

In Schleswig-Holstein überlebte ein für Grünen-Verhältnisse zunehmend gemäßigter Umweltminister die Landtagswahlen. In Baden-Württemberg lässt ein Ministerpräsident von den Grünen den CDU-Agrarminister in Fragen von Jagd und Tierrechten recht großzügig gewähren. Nicht alles, was in Stuttgart passiert, entspricht den Jäger-Wünschen. Aber Hessen zeigt, dass es unter einem schwarzen Ministerpräsidenten in jagdlichen Belangen nicht unbedingt besser läuft.

Es gibt Hoffnung, dass Fragen von Natur- und Tierschutz nicht mehr als Spielwiese missbraucht werden, auf der sich Klientelpolitiker nach Herzenslust austoben dürfen

Zumindest gibt es abseits der gemischten Gemengelage die Hoffnung, dass Fragen von Landwirtschaft und Jagd sowie von Natur- und Tierschutz nicht mehr als Spielwiese missbraucht werden, auf der sich Klientelpolitiker nach Herzenslust austoben dürfen. So hat sich mit der Bundestagswahl garantiert der Ärger mit der noch amtierenden Bundesumweltministerin erledigt. Machtpolitiker wissen nun endgültig: Mit solchen Leuten ist in ernsten Zeiten kein Stich zu machen.

Das bedeutet auch: Weniger Macht für Verbände, die sogar gegen geltendes EU-Recht den Waschbären päppeln wollen und zudem den radikalen Jagdgegnern eine Plattform bieten, um gutgläubigen Spenden-Mitläufern unter dem Mäntelchen der Gemeinnützigkeit krude Thesen einzureden und die Landwirte zu verteufeln.

Der Hass ist nicht kleiner geworden im nun zurückliegenden Jahr. Der politische Mut, der Volksverhetzung im Internet entgegenzutreten, nicht größer. Auch 2016 gab es die Beifallskundgebungen zu tödlichen Jagdunfällen, angesägte Kanzeln und den Missbrauch von Polizei und Justiz durch haltlose Strafanzeigen.

Dies alles während Politiker (fast) aller Farben die Jägerinnen und Jäger zu drastisch erhöhter Aktivität drängen, um die Afrikanische Schweinepest abzuwehren. Zumindest die Theorie, dass die Natur alle Probleme von alleine regelt, ist so dabei, gründlich aus der Mode zu kommen. Die Masse der Wähler merkt nämlich, dass solche Regulierung zu ihren Lasten ginge – und nicht selten auch zulasten einer Natur, in der Menschen noch willkommen sind.

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