Leiden mit Kurti

Wölfe

Symbolbild

In Niedersachsen wurde ein Wolf erschossen, weil er sich wiederholt Menschen näherte und wohl einen Hund gebissen hat. In Sachsen-Anhalt hat ein Hund ein Kleinkind angefallen und lebensgefährlich verletzt. Der tote Wolf erregt die Republik weit mehr als das dem Tod nahe Kind. Es ist wohl Zeit, über die Prioritäten einer derart verletzten Gesellschaft nachzudenken.

Logisch, die Aufregung über von Hunden gebissene Kinder ist nicht klein in diesem Land. Die Menschen fordern dann Maulkorbzwang und Hundeführerscheine. Und ein paar Tage lang wagt wenigstens niemand zu schreiben, dass solche Hunde eigentlich nur spielen wollen und im Zweifel die Besitzer schuld sind (was zutrifft).

Ein paar Wochen später springen solch tickende Zeitbomben wieder frei durch Wald und Flur und Siedlungen. Allenfalls der eine oder andere Jäger regt sich drüber auf – und lässt doch meist den Abzugsfinger gerade. An Aufreger-Potenzial ähnelt eine Anleinpflicht dem Tempolimit auf der Autobahn. Womit wir bei jenen Wolf-Fanatikern wären, die so gern das Argument bemühen, dass der Straßenverkehr weit gefährlicher sei als ihre Schützlinge.

Konsequent wäre es dann wohl, die Abschaffung von Autos, Hunden und Wölfen zu fordern. In dieser Reihenfolge. Wenn das erledigt ist, reden wir darüber, dass die Arbeit viele Menschen krank macht. Und irgendwann darüber, welcher Platz der Gattung Mensch tatsächlich zusteht in der Nahrungskette. Aber wohl nicht darüber, dass der Kinderschutzbund weit weniger Spenden einnimmt als der Vulgär-Tierschutz nach Peta-Muster.

Aber jetzt zu „Kurti“, unserem Problemwolf. Bei den Leser-Kommentaren, etwa bei Spiegel-Online, nimmt es der gemeuchelte Frechdachs locker mit der Altersarmut auf. Erschwerend kommt in diesem Fall dazu, dass der „Mord“ aufs Konto eines Umweltministers von den Grünen geht, der sich nicht darauf verlassen wollte, dass der juvenile Wolf nur spielen wollte.

Womöglich ist der kleine Wolf ja sogar ein Produkt der Militär-Mafia, nachdem das Gerücht geht, Soldaten auf dem Truppenübungsplatz von Munster hätten den putzigen Rüden und seine Geschwister angefüttert. Was beim Zustand der Truppenverpflegung zumindest aus veganer Sicht schon an und für sich Tierquälerei sein könnte.

Ironie aus: Wer jemals Wölfen begegnet ist, wird nie mehr fragen, was passiert, wenn erst mal ein Kind gebissen wurde. Gegen so ein Tier haben auch Erwachsene aus der „Rundum sorglos“-Zivilisation nicht die geringste Chance. Unser Glück ist, dass die Wölfe das (noch) nicht wissen. Und dass noch niemand die Frage wagt, warum wir den Wölfen nicht gönnen, was wir schlecht erzogenen Hunden zugestehen: Ein artgerechtes Leben, bis die Zeitbombe hochgeht.

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