Mischlingswölfe nicht zu fassen

Die Frist zum Einfangen der Thüringer Mischlinge ist jetzt ohne Ergebnis verstrichen.

Symbolbild

Schon wieder Wolf, leider aus gegebenem Anlass: Die Frist, die sich die Thüringer Landesregierung zum Einfangen der dort streunenden Mischlingswölfe setzte, ist ergebnislos abgelaufen. Jetzt sollen noch mehr Fallen angeschafft werden.

Dabei geht es auch um den Schutz der Wolfspopulation: Dazu schreibt die Berner Artenschutz-Konvention, der auch Deutschland beigetreten ist, zwingend vor: Mischlinge müssen umgehend aus der freien Wildbahn entfernt werden, um den natürlichen Stamm einer Rasse zu erhalten.

Unter dem Druck zahlreicher Pro-Wolf-Gruppen hatte die Landesregierung beschlossen, es erst mal mit dem Einfangen der Jungtiere zu versuchen und sich dafür eine Frist bis zum 28. Februar gesetzt. Diese ist nun abgelaufen, aber die Behörden setzen weiter auf eine unblutige Entnahme. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen fünf Kastenfallen sollen 18 Fußschlingen-Fallen mit Mobilfunksendern eingesetzt werden.

Die Zeit drängt: Demnächst sind die sechs Mischlinge geschlechtsreif und werden auf weite Wanderschaft gehen, um eigene Reviere zu gründen. Weidetierhalter fürchten, dass die Jungtiere dann großen Schaden anrichten, nachdem sie von ihrer Mutter gelernt haben, Schafe als leichte Beute zu reißen.

Sicher ist: Sollte sich die Landesregierung doch noch zum Abschuss entschließen, wird dieser schwieriger, wenn sich die Tiere erst einmal übers Land verteilt haben. Zudem steigt das Risiko, dass dann versehentlich echte Wölfe erlegt werden. „Wir wissen, dass wir nicht mehr viel Zeit haben“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund von den Grünen dem Mitteldeutschen Rundfunk.

von den im Nationalpark Bayerischer Wald aus einem Gehege „befreiten“ Wölfen fehlt ebenfalls jede Spur

Unter Tierfreunden ist derweil immer noch umstritten, ob es Tierquälerei wäre, die in Freiheit aufgewachsenen Mischlinge in ein Gehege zu sperren. Und von den im Nationalpark Bayerischer Wald aus einem solchen Gehege „befreiten“ Wölfen fehlt nun ebenfalls jede Spur. Zwei der sechs Tiere wurden von Nationalpark-Mitarbeitern abgeschossen, eine Fähe wieder eingefangen, eines verendete bei einem Verkehrsunfall und zwei an Menschen gewöhnte Wölfe streifen also durch Bayern und Tschechien.

Von den sieben Mischlingswelpen, die im vergangenen Jahr in Schweden geboren wurden, wurden sechs in kürzester Zeit „entnommen“, die Schutzjagd auf das verbleibende Tier wurde verlängert – mit der Klarstellung, dass mit der Freigabe auch der versehentliche Abschuss eines echten Wolfs abgedeckt ist.

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