Mit dem Wolf auf Spendenjagd

Adventszeit ist Spendenzeit. Dementsprechend holt der Nabu zum Ende des Jahres den Goldesel raus und wirbt offensiv um Spenden.

Tobias Bürger – Wolfswelpe

Foto: Tobias Bürger

Adventszeit ist Spendenzeit. Entsprechend fallen die Aktivitäten auch beim Naturschutzverein Nabu aus. Zugpferd der jüngsten Kampagne ist wieder mal der Wolf. Ob wenigstens ein Teil des Geldes bei den Tierhaltern ankommt, die den Raubtier-Schaden haben, bleibt eine offene Frage.

„Der Wolf kommt nach Hause!“, beginnt der Nabu-Spendenaufruf. Ab 15 Euro monatlich sind Unterstützer dabei und dürfen sich mit Nabu-Segen „Wolfspaten“ nennen: „Kümmern wir uns gemeinsam darum, dass der Wolf in Deutschland eine sichere Heimat findet.“

Zugleich fordert der Verband mehr Geld vom Staat für die durch Wölfe geschädigten Nutztierhalter. Und die Öffentlichkeit wartet immer noch auf Meldungen, dass der Nabu auch in seine wohlgefüllten Kassen greift, wenn es um Schadenersatz für gerissene Schafe, Rinder und Pferde geht.

Dafür sind einschlägige Internet-Foren voll mit Schleichwerbung für die Züchter sündhaft teurer Herdenschutzhunde. Und wenn es mal wieder trotz vorschriftsmäßiger Schutzzäune zu Wolfsangriffen kommt, ist meistens nur einseitige Kritik an den Tierhaltern zu hören. Und wieder die Forderung nach mehr Geld vom Staat.

Natürlich gibt es auch Ehrenamtliche, die massenhaft Freizeit opfern, um beim Bau von Schutzzäunen zu helfen oder Herden zu bewachen. Aber von den hauptamtlichen Wolfsexperten hören wir selten mehr als kluge Kommentare wie den, dass Straßenbau den Wolfsbestand gefährde. Dabei ist es logisch, dass mit der Zahl der Wölfe auch die Zahl der Wildunfälle mit diesen Tieren zunimmt.

Nabu-Zitat aus dem jüngsten Spendenaufruf: „Wir sammeln Wolfsdaten, um mehr über den Wolf und sein Verhalten zu lernen. Und wir schützen die Lebensräume des Wolfes und setzen uns ein für die Vernetzung von Schutzgebieten und gegen die weitere Zerschneidung der Landschaft durch noch mehr Verkehrswege.“

Dabei muss auch der Nabu seine Positionen immer wieder korrigieren. Etwa die, dass Wölfe dem Menschen grundsätzlich aus dem Weg gehen. Eine Fülle von Fotos, Videos und Augenzeugenberichten beweist längst das Gegenteil. Bis hin zur Bankrotterklärung, mit der Nabu-Experten forderten, den auffälligen Wolf „Kurti“ mit Gummigeschossen zu vergrämen (wir berichteten).

Dafür wandert das Spendengeld in fragwürdige Sympathie-Kampagnen wie „Rotkäppchen lügt“. Nicht minder fahrlässig als Kindergarten-Besuche von sogenannten Wolfsexperten, die das (sicher noch nicht sehr hohe) Risiko verharmlosen und gern verschweigen, dass eine große Mehrheit der Jägerschaft den Wölfen mitnichten nach dem Leben trachtet.

Zum Beispiel Helmut Dammann-Tamke, Vorsitzender der Landesjägerschaft Niedersachsen: „Solange der Wolf nicht im Jagdrecht ist, haben die Jäger überhaupt keine Zuständigkeit und wir werden uns auch nicht in diese gesellschaftliche Auseinandersetzung ohne große Not hineinbegeben.“

Wahr ist auch, dass immer mehr Jäger ihre Arbeit als ehrenamtliche Wolfsberater unter Protest beenden. Sie weigern sich, eine Linie mitzutragen, die Verbände wie der Nabu der Politik aufzwingen, vor allem in rot oder grün geführten Ministerien. Und sie weigern sich, den Kopf hinzuhalten für den oft schleppend-hinhaltenden Umgang mit Schadenersatzansprüchen.

Ausgewiesene Fachleute wie der auch in Pro-Wolf-Kreisen oft zitierte Forstmann und Wildtier-Experte Ulrich Wotschikowsky gehen zunehmend auf Distanz. „Der NABU hat sich von der sachlichen Argumentation verabschiedet und verfällt zunehmend in reine Klientelpolitik“, klagte der bayerische Wolfsberater schon vor Jahren in einem offenen Brief: „Diese Klientel sieht im Wolf eine Art Heiligtum, das unter keinen Umständen angerührt werden darf. Dabei scheint ihm jedes noch so abwegige Argument recht.“

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