Nabu gegen Waschbären-Schonzeit

niedersächsischer Nabu-Landesverband zeigt einen bemerkenswerten sinneswandel und fordert die ganzjährige jagd auf waschbären.

Waschbären

Jetzt bitte nur keine Häme: Der Nabu will, dass die Schonzeit für Waschbären ersatzlos gestrichen wird. Weil die possierlichen Neubürger aussterbende Kröten in Massen fressen.

Noch hängt der niedersächsische Nabu-Landesverband den bemerkenswerten Sinneswandel nicht an die große Glocke. Aber wir vertrauen der Neuen Osnabrücker Zeitung, die die heikle Angelegenheit zum Gegenstand ihrer Berichterstattung machte: „NABU fordert ganzjährige Jagd auf Waschbären.“ Es sei nämlich so, dass die kleinen Räuber, mittlerweile „reihenweise Kröten töten“, auch an den Schutzzäunen, die Nabu-Mitglieder mit viel Mühe entlang der Krötenwanderwege aufbauen.

Nachdem die Sache mit den Krötenzäunen zuletzt einigen Wirbel machte (wir berichteten), überrascht uns die Kehrtwende höchst angenehm: Allzu oft kam es bisher nicht vor, dass dieser Verband auf Hilfe von den Jägern setzt. In Schleswig-Holstein zum Beispiel bezog sich der dortige Nabu-Landesverband bei seiner Forderung nach einem Totalverbot der Fallenjagd ausdrücklich auch auf den Schutz der Waschbären.

Dass die Kröten möglicherweise auch anders zu schützen wären, wird in Tierschützer-Kreisen schon diskutiert: Tag- und Nachtwachen an den Amphibienzäunen wären eine unblutige Lösung. Oder zumindest regelmäßige Kontrollen der Eimer, in denen die Kröten am Ende der Zäune landen. Nebenbei: Genau solche Kontrollen verlangt das Jagdrecht bei der Fallenjagd.

Ersparen wir uns dennoch bei der Gelegenheit Querverweise auf die zahlreichen Tierrechtler-Kommentare, die für den zugewanderten Waschbären ein Lebens- und Bleiberecht einfordern. Sinnvoll wäre wohl eher eine Kampagne gegen die Ächtung von Waschbären-Pelz an der Parka-Kapuze. Von den Jägern, die nun helfen sollen, haben nämlich sehr viele ein Problem damit, Tiere zu töten, um sie dann wie Müll zu entsorgen.

Gegen die veritable Gefahr, dass die Peta-Konkurrenz die Sache mit den Waschbären nützt, um beim Nabu Spender abzuwerben, werden Argumente wie jenes, dass die kleinen Räuber sogar Storchennester plündern, ohnehin kaum nützen. Schließlich sind Störche ja auch eine Bedrohung unserer Frösche und Kröten. Und daran, dass sich beim kompromisslosen Tierschutz die Katzen gelegentlich in den eigenen Schwanz beißen, hat sich das geneigte Publikum ja längst gewöhnt.

Da bleibt wohl nur die Empfehlung, über den Krötenzaun hinaus zu denken. Wie im vergangenen Jahr, als der Nabu im Münsterland mit Schulkindern eine Schutz-Scheune für kleine Beutegreifer mitten in ein streng geschütztes Biotop für Feuchtwiesenbrüter baute (wir berichteten). Damals reagierten Nabu-Fans noch mit einem Shitstorm auf kritische Anmerkungen der Jäger, die nun das Waschbären-Problem lösen sollen.

Mittlerweile rudert der Verband zurück und will von einer Forderung nichts mehr wissen. Hier geht die Geschichte weiter: Bitte klicken!

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