Nabu spielt mit falschen Karten

Ein "Artenvielfalt"-Quartett gegen das Jagdrecht sorgt mal wieder für Empörung über den Umweltschutz-Verband und seine Methoden.

Kartenspiel

Symbolbild: Sergi Viladesau / Unsplash

Dass Deutschlands mächtigste Tierschützer (rund 600.000 Mitglieder) gern mal mit Drückerkolonnen auf Mitgliederfang gehen, ist bekannt. Dass dem Nabu immer wieder peinliche Fehler unterlaufen, ebenfalls (wir berichteten). Und dass der Verband bei seinen Werbekampagnen gerne auf die Unwissenheit der Bürger setzt, ist auch nicht neu (wir berichteten). Trotz vieler Peinlichkeiten bleiben die Hauptamtlichen jedoch dieser Linie treu.

Jüngstes Beispiel: Ein Quartett-Kartenspiel, mit dem der Nabu dafür wirbt, zahlreiche Tierarten aus dem Jagdrecht zu nehmen. Ohne jeden Hinweis darauf, dass im Jagdrecht gelistete Arten vielfach ebenso streng geschützt sind wie durch diverse Tierschutz-Gesetze. Verständlich, dass viele Jäger dies als Manipulation verstehen. Zumal sich das Kartenspiel offenkundig speziell an Kinder richtet.

Der Etikettenschwindel mit dem Jagdrecht ist sattsam bekannt aus der Debatte um den Wolf in Deutschland. Auch hier hantiert der Nabu immer wieder mit der Behauptung, dass die Jäger den Wolf im Jagdrecht sehen wollen, um ihn abzuschießen. Dabei geht es nur um klare Verhältnisse und eindeutige Regeln.

In Sachsen, dem einzigen Bundesland mit dem Wolf im Jagdrecht, sind die Raubtiere genauso sicher wie im übrigen Deutschland. Aber es gibt (theoretisch) weniger Eiertänze, wenn es um den Fangschuss nach Verkehrsunfällen oder die „Entnahme“ von Problemwölfen geht.

Obwohl das auch den Hauptamtlichen vom Nabu klar sein sollte, setzen sie beim Reklame-Quartett voll auf Volksverdummung: „Jagt mich nicht – Spielen für die Artenvielfalt“ steht auf dem Karton. Und dazu gibt’s bunte Bilder von angeblich durch die Jagd bedrohten Tieren: Mauswiesel, Rotmilan, Wildkatze, Luchs zum Beispiel. Wobei Mauswiesel nur noch in Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein bejagt werden dürfen und keineswegs zu den bedrohten Arten zählen.

Aber es geht wohl weniger um Artenschutz, sondern eher gegen die Jagd an sich: Die meisten Tiere aus dem Nabu-Spiel sind ganzjährig geschont. Wie der Rotmilan, der Luchs und auch die Wildkatze, für die in Bayern ein gemeinsames Artenhilfsprogramm des Jagdverbands mit der Nabu-Konkurrenz BUND gestartet wurde.

Dem vielerorts guten Miteinander von Nabu-Ehrenamtlichen vor Ort und Jägern wird jedenfalls wieder mal ein Bärendienst erwiesen. Wie mit dem windelweichen Taktieren um die Jagd auf Waschbären, die vielerorts zum Artenschutzproblem geworden sind und Nabu-Projekte wie den Schutz von Kröten und Fröschen gefährden (wir berichteten).

Sicher ist: Mit jagdfeindlichen Aktionen besorgt der Nabu auch das Geschäft der Tierschutz-Sekten – wohl aus Angst, einen Teil des Spendenpublikums an radikale Gruppen zu verlieren. Es wäre schade um einen Verband mit großer Tradition und vielen Verdiensten für den Natur- und Artenschutz.

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