Plasberg und die Jäger-Hatz

Heute, Kinder, wird’s was geben. Frank Plasberg lässt in seinem ARD-Talk über Glaubensfragen diskutieren: „Mensch raus, Wolf rein – wie viel Naturschutz verträgt unser Land?“ Die Jagdgegner rüsten im Internet schon vorab gewaltig auf.

Heulender Wolf im Schnee

Klar ist: Plasberg trifft mit seiner Frage den Kern der zunehmend leidigen Debatte. Es geht in der Tat um die abstrusen Forderungen, dass sich die Menschen hinten anstellen sollten – möglichst auch in der Nahrungskette. Und auch bei der Nutzung unserer Wälder.

Plasbergs Öko-Gäste lassen bösen Unsinn ahnen: Fernseh-Förster Peter Wohlleben, der Jäger-Kanzeln schon mal mit den Wachttürmen am DDR-Todestreifen verglich. Und Nabu-Chef Olaf Tschimpke, dessen Verein prächtig an der Wolfshysterie im Lande verdient.

Dazwischen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Sie weiß immerhin, wie schwer es wird, echten Umweltschutz durchzusetzen, vor allem, wenn es richtig teuer wird, wie bei der Klimaerwärmung. Viele wissen nicht, dass sich die SPD-Politikerin schon mal klar zur Abschaffung der Jagd positioniert hat: „Eine solche Forderung halte ich für Unfug.“

Von Roland Tichy, ehemals Chefredakteur der Wirtschaftswoche, wissen wir, dass er sich richtig gern mit der Shitstorm-Pseudowirklichkeit des Internet-Zeitalters auseinandersetzt. Und wir hätten da für ihn den Tipp für passende Stichworte auf Plasbergs Facebook-Gästebuch.

Besonders treffendes Beispiel für voller Inbrunst vorgetragenen Unsinn ist der Beitrag einer Dame aus der Tierrechte-Fraktion: „Warum macht man es nicht wie in Skandinavien - jährliche von Greenpeace und WWF kontrollierte Jagd im Hochsommer nur auf bestimmte Wildtiere bezogen. Private Jagd ist gesetzlich verboten und die geschützte Jagd ist auf eine bestimmte Anzahl der vorhandenen Tiere berechnet.“

Mehr Fake in so wenigen Sätzen geht kaum: Im Hochsommer wird in Skandinavien überhaupt nicht gejagt, auch das Rehwild hat zur Brunft Schonzeit. Der WWF kontrolliert nicht, sondern tobt – vor allem wegen der legalen Lizenzjagd auf Wölfe. Und die private Jagd ist nicht verboten, sondern die Regel. Sie ist ans Grundeigentum gebunden und richtet sich nach Abschussplänen, wie in Deutschland.

Die Position der Jäger wissen wir bei „Hart aber fair“ übrigens in guten Händen: Franz Prinz zu Salm-Salm ist nicht nur Jäger, sondern auch Vorsitzender des Waldbesitzerverbands Sachsen-Anhalt. Bei ihm geht es ums eigene Geld bei der Frage, ob es dem Wald und den Wildtieren gut geht. Im Gegensatz zu anderen Akteuren, die ihre Experimente mit Steuer- und Spendengeldern durchziehen.

Für ein Beispiel, wie Tierschutz schief gehen kann, hat Plasberg Bürgermeister Stefan Sauer aus Groß-Gerau eingeladen. Der machte sich schrecklich unbeliebt, als er die Forderung nach Bejagung von Störchen unterstützte: Die einst seltenen Vögel aus dem Nabu-Logo sind in seiner Gegend derart hochgepäppelt worden, dass sie heute eine ernste Gefahr für aussterbende Reptilien sind, für Eidechsen zum Beispiel.

Einen umfangreichen Überblick über das Thema Wolf finden Sie auch hier in unserem Wolfsticker: Hier klicken!

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