Reihenweise Geldstrafen: Hass-Postings kommen „Tierfreunde“ teuer zu stehen

Eine deutsche Jägerin erlebt zurzeit, wie hasserfüllt das Internet sein kann. Wie man sich erfolgreich gegen Drohungen und Beleidigungen wehrt, berichtet eine österreichische „Leidensgenossin“.

Elia Schneeweiß

Foto: Elia Schneeweiß

Das „Waidfräulein“ hat es derzeit nicht leicht. Seit vermeintliche „Tierfreunde“ auf die Facebook-Seite der jungen Jägerin gestoßen sind, überziehen sie das „Mörderfräulein“ massiv mit Hass und Beleidigungen. Und das bloß wegen eines Fotos, auf dem ein erlegter Fuchs zu sehen ist (wir berichteten). Dabei ist das Gepöbel teilweise so tief unterhalb der Gürtellinie, das wir auf ein direktes Zitieren nur verzichten können.

In Österreich lebt eine Jägerin, die nur allzu gut nachvollziehen kann, was das „Waidfräulein“ gerade durchmacht: Elia Schneeweiß wurde im vergangenen Sommer unversehens zum Shitstorm-Opfer, nachdem sie auf einer Jagd in Kirgisien einen Steinbock erlegt und Fotos davon veröffentlicht hatte. Auf ihrer Seite landeten unfassbare Kommentare, die in Aufrufen gipfeln, sie zu vergewaltigen, aufzuschlitzen und anzuzünden (wir berichteten hier und hier). Weil Schneeweiß das nicht ertragen konnte und wollte, schaltete sie eine Anwaltskanzlei ein – und das war eine hervorragende Entscheidung, wie sich heute im Rückblick zeigt.

„Es wurden weit über 50 Anzeigen erstattet, inzwischen sind alle Verfahren durch und: Es bezahlen auch alle!“, berichtete die Österreicherin jetzt gegenüber Outfox-World. Was die überführten Übeltäter zu zahlen haben, hängt dabei von der Schwere ihrer damaligen Drohung oder Beleidigung ab. „Das geht bei 500 Euro los und reicht bis hin zu ein paar Tausend“, erklärt Elia Schneeweiß. Wobei das Geld übrigens nicht ihr als Entschädigung zugutekommt, sondern an die österreichische Staatskasse geht.

„Sie sollte unbedingt zum Rechtsanwalt gehen und alles, was strafbar ist, anzeigen. Das muss man einfach durchziehen!“

Elia Schneeweiß' Ratschlag an das „Waidfräulein“

Für ihre aktuelle „Leidensgenossin“, das „Waidfräulein“, hat Schneeweiß einen ganz klaren Rat: „Sie sollte unbedingt zum Rechtsanwalt gehen und alles, was strafbar ist, anzeigen. Das muss man einfach durchziehen!“ Nachdem sie selbst sich mit anwaltlicher Hilfe zur Wehr gesetzt habe, sei auch „rasch Ruhe eingekehrt“. Es habe in der Anwaltskanzlei sogar „Entschuldigungsanrufe“ gegeben. Da sämtliche Taten aber bereits angezeigt waren und dementsprechend verfolgt wurden, hätten diese vermeintlichen Reue-Bekundungen kein Verfahren mehr stoppen können.

Und schließlich weist Elia Schneeweiß noch auf eine sehr interessante Tatsache hin: Auch bei sämtlichen Fake-Profilen konnten die Ermittler ausfindig machen, wer tatsächlich dahinter steckte. Wer also glaubt, aus der Anonymität heraus zu beleidigen oder zu drohen, muss ebenfalls mit saftigen Strafen rechnen. „Da sollte niemand einem Irrglauben aufsitzen“, betont Schneeweiß. Im Gegenteil: Die Ermittlungen in diesen Fällen seien erfreulicherweise „sehr, sehr schnell“ gegangen. 

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