So teuer wird der Wolfsschutz

Aktuelle Berechnungen zeigen, wie teuer es wäre, Bayern flächendeckend mit Wolfsschutz-Zäunen auszustatten. Doch auch die Zäune können nicht alle Probleme lösen.

Weidezaun

Foto: Hans

Während der Wolf auf der einen Seite die Spendenkassen füllt, kostet er an anderen Stellen – vor allem bei Weidetierhaltern – eine Menge Geld. Wie teuer es wäre, ganz Bayern flächendeckend wolfssicher zu machen, hat die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft jetzt berechnet. Aus der Publikation geht hervor, dass man für die Errichtung von Schutzzäunen in ganz Bayern nach dem derzeitigen Wissensstand zwischen 241 und 413 Millionen Euro investieren müsste. 

Allerdings ist es mit einer einmaligen Investition nicht getan: Jährlich müssten weitere 35 Millionen Euro ausgegeben werden, um die Zäune instand zu halten. Noch nicht mit eingerechnet sind hier der erhöhte Kosten- und Arbeitsaufwand für das Ausmähen der wolfssicheren Elektrozäune, die Pferche für Herdenschäfer sowie der Auf- und Abbau der Zäune im Gebirge. Genau das ist dem Bericht zufolge aufgrund der extremen Bedingungen auf Almen und Alpen eine Schwachstelle beim Wolfsschutz. Nur etwa zwei Drittel dieser Flächen können mit sehr hohem Aufwand wolfssicher eingezäunt werden. Ein Drittel der Weidetiere auf den Almen ist demnach nicht effektiv vor dem Wolf zu schützen.

Unterm Strich steht also eine nötige Zaunlänge von 57.405 Kilometern – immerhin eine Strecke, die länger ist als der Erdumfang. Hinzu kommen der Berechnung zufolge noch wolfssichere Pferche für 226 Herdenschäfer.

Die Rechnung hat jedoch einen nicht unerheblichen Haken: Nicht alle Wölfe lassen sich von Zäunen abhalten. Es gibt immer wieder Berichte darüber, dass einzelne Tiere Zäune überspringen oder untergraben, um an die Weidetiere als leichte Beute heranzukommen. Wie topagrar.com berichtete, müssten die Weidezäune einer Studie der dänischen Uni Aalborg zufolge mindestens 115 bis 145 Zentimeter hoch sein, um effektiv vor dem Wolf zu schützen. Die Landesanstalt für Landwirtschaft ging bei ihren Berechnungen jedoch von den gängigen 105 Zentimetern Zaunhöhe aus – gewissermaßen also von einem „Wolfsschutz light“.

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