Stockholm-Wölfe: Behörden erhöhen Jagddruck

Neues von der Wolfsjagd im Großraum Stockholm: Während die Schutzjagd auf vollen Touren läuft, hat einer der Problemwölfe einen weiteren Schosshund aus dem Garten seiner Besitzer geholt.

Wolf

Die von der Landesverwaltung angeordnete Jagd läuft bisher wie ein Katz- und Mausspiel: Wie schon in früheren Fällen versuchen Tierschützer die Jagd mit Waldspaziergängen zu behindern. Die Verwaltung reagierte mit einer Verlängerung der zunächst auf eine Woche limitierten Schusszeit.

Außerdem wurden die strengen Schutzjagdregeln weiter gelockert. Nun sind weitere speziell ausgebildete Hunde-Meuten angefordert. Die Jäger dürfen auch mit Motorfahrzeugen nach den Wölfen suchen; nur nicht vom Auto oder Motorrad aus schießen.

Dass die Tiere in diesem Trubel unbeeindruckt weiter in Siedlungsgebieten ihr Unwesen treiben, sorgt für wachsende Unruhe (wir berichteten): Nun holten sie einen Tibet-Spaniel vom Grundstück seiner Besitzer – in Åkersberga, einer Vorortgemeinde im Stockholmer S-Bahnbereich.

Die Überreste des Schoßhundes fanden Spezialisten der Naturschutzbehörde 600 Meter entfernt vom Tatort. Schon vor dem DNA-Testergebnis sind sie sicher: Es war ein Wolf. Vor Genehmigung der Schutzjagd hatte die Polizei Ermittlungsergebnisse präsentiert, die schnelles Handeln nahelegten: Ein Wolf hatte sich einem dreijährigen Kleinkind im elterlichen Garten bis auf sieben Meter genähert und ließ sich von der Mutter nur widerwillig vertreiben.

Sicher ist: Seit sich die Vorfälle im Großraum Stockholm häufen, ist die Gangart der Behörden deutlich härter geworden. Aus den dünn besiedelten Landesteilen häufen sich bereits Klagen, dass es dort wesentlich schwieriger sei, Schutzjagden durchzusetzen. Stimmt nicht ganz: Im Rentierweidegebiet wird mittlerweile gelegentlich sogar der Abschuss vom Hubschrauber aus genehmigt. Eine große Parlamentsmehrheit hatte beschlossen, dass dort Wölfe nichts zu suchen haben, weil die uralte Kultur der Samen Vorrang hat.

Interessant für Deutschland: Speziell ausgebildete Eingreifgruppen, um verhaltensauffälligen Raubtieren schnell beizukommen, gibt es in Schweden schon seit Jahren. Ebenso ein Netzwerk für DNA-Proben innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen. Dazu eine klare Rechtslage für die Zuständigkeit der einzelnen Behörden. Und einen Reichstagsbeschluss, der den „günstigen Erhaltungszustand“ der Wolfspopulation auf 210 festlegt; momentan sind 410 Individuen durch Kotproben erfasst.

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