Verhängnisvolles Zutrauen

Weil sie sich partout nicht von Menschen fernhalten wollte, wurde in der Slowakei jetzt eine Bärenmutter erlegt.

Bär

Symbolbild: debbiedejager

Wieder mal ein Stück zum Herzzerreißen: In der Slowakei wurde eine Bärenmutter erlegt, weil sie sich nicht aus den Touristenzentren der Hohen Tatra vertreiben ließ. Die Empörung reicht bis in diverse Foren im Internet. Schließlich führte die Bärin „Ingrid“ zwei Junge, die ihr vor dem finalen Schuss weggenommen wurden und jetzt im Gehege aufgepäppelt werden. Wohl für ein Leben hinter Gittern.

Schauplatz der Tragödie ist das Tatra-Dorf Liptovska Kokava. Und den Schwarzen Peter hat der Bürgermeister, der das Tier zum Abschuss freigab. Im Gegensatz zum bayerischen Problembären „Bruno“, der vor seiner „Entnahme“ über Wochen die dortige Staatsregierung in Atem hielt, wohl eher ein Akt auf dem kleinen Dienstweg.

In kaum einem „Ingrid“-Nachruf fehlt der Hinweis, dass es Jäger waren, die das „Todesurteil“ vollstreckten. Eher am Rande wird hingegen erwähnt, dass es sich „Ingrid“ zuvor scheinbar unbeeindruckt von Reporter- und Touristenscharen mit ihren Jungen auf einem Baum im Fremdenverkehrsort Stary Smokovec bequem gemacht hatte.

Insgesamt drei Mal hatten Tierschützer die Bärin betäubt und in unbesiedeltes Gebiet im nahen Tatra-Nationalpark verfrachtet. Aber immer wieder zog es sie zu den Menschen – und wohl auch zu den Müll-Containern.

Zutraulich oder gefährlich? Diese Frage wollten die Verantwortlichen dann doch lieber unbeantwortet lassen.

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