Waschbären: Das Nabu-Affentheater geht weiter

Wieder widersetzt sich ein Nabu-Funktionär der reinen Lehre seines Mutterhauses und fordert verschärfte Bejagung der Waschbären. Wir wünschen dem tapferen Mann starke Nerven.

Waschbären im Baum

Foto: PublicDomainPictures

Heinz-Günther Schneider, Nabu-Vorsitzender im hessischen Kreis Waldeck-Frankenberg, hat in der Waldeckischen Landeszeitung „starke Bekämpfung“ der Waschbären verlangt. Er begründet das mit den schlimmen Auswirkungen der eingeschleppten Raubtierart auf den Artenschutz. Recht hat er, aber wir sind gespannt, wie lange Herr Schneider solche Wahrheit laut aussprechen darf. Unsere Leser erinnern sich: Erst im März diesen Jahres bekamen Nabu-Ehrenamtliche in Niedersachsen von ihrer Zentrale den Maulkorb umgeschnallt (wir berichteten). Sie hatten eine völlige Aufhebung der Waschbären-Schonzeit gefordert und dies schlüssig begründet: Schließlich waren sogar die von Freiwilligen mühsam errichteten Krötenzäune für die Katz, weil sich die niedlichen Bärchen hemmungslos an den Fangeimern bedienten (wir berichteten).

Wir nannten die Geschichte damals schon ein Affentheater, weil die Berufsnaturschützer von der Nabu-Zentrale ihren örtlichen Mitgliedern gnadenlos in den Rücken fielen. Originalton der windelweichen Nabu-Erklärung von damals: „Diese Aussage ist auf diese Weise nicht getroffen worden und entspricht nicht der verbandlichen Meinung.“ Wie damals ist auch heute klar: Die Nabu-Oberen werden demnächst dementieren, dass solche Forderungen an der Verbandsbasis weit verbreitet sind. Schließlich stehen sie unter Spendenkonkurrenz mit den Vulgär-Tierschützern von Peta. Und denen ist der Waschbär heilig wie die Kuh den Indern.

Mal sehen, was der Nabu macht, wenn Peta mal gegen die Massenvernichtung von Kopfläusen und Bettwanzen protestiert. Und wie lange Herr Schneider noch laut sagen darf, dass die Waschbären ein „riesiges Problem“ sind. Immerhin hat sich der Hesse die Forderung nach Aufhebung der Schonzeit verbissen, die seinerzeit in Niedersachsen für gewaltige Aufregung sorgte. Zur Erinnerung für Abtrünnige die offizielle Lehrmeinung des Nabu-Landesvorsitzenden Dr. Holger Buschmann: „Es gibt keine belastbare Datengrundlage, in wieweit der Waschbär Auswirkungen auf die Bestände von Amphibien auf Populationsebene hat. Nur über ein Monitoring, was einzurichten wäre, lassen sich dazu belastbare Daten ermitteln.“ Hört sich nach Vatikan an, kommt aber aus Hannover.

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