Wenn's brennt, sind die Jäger dran

Jämmerlich ist das passende Wort für den Umgang vieler Politiker mit Jagd und Jägern. Der Eiertanz um die Abwehr der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist nur ein Beispiel für das Trauerspiel.

Jäger nach einer Jagd am Lagerfeuer

Plötzlich geht (fast) alles: Schonzeiten werden zurückgefahren. Abschussprämien werden ausgelobt, Schalldämpfer und Nachtzielgeräte zugelassen. Und es sind überwiegend Jägerinnen und Jäger, die daran erinnern müssen, das nicht alles in Ordnung ist, was technisch möglich scheint. Wir haben dafür das schöne, gar nicht so altmodische Wort von der Waidgerechtigkeit. Und die hat eine Menge mit Tierwohl und Tierschutz zu tun.

Spannend ist vor allem, dass auch jene Politiker zur möglichst hemmungslosen Schwarzwild-Hatz ermuntern, die vor kurzer Zeit noch ganz entspannt zugesehen haben, als die Sache mit den Schweinen schon erkennbar aus dem Ruder lief. Für den Ausgleich der immensen Schäden müssen ja die Jäger aufkommen – und sich dazu noch im Internet und in Krawall-Medien durch den Dreck ziehen lassen, wenn sie ihrer Aufgabe nachkommen und reichlich Strecke legen.

Zugleich hören wir aus der Politik kaum ein Wort zum dramatischen Verfall der Wildbret(einkaufs)preise (wir berichteten). Dafür ist so gut wie sicher, dass die Tierrechtler-Proteste politisches Gehör finden werden, wenn unverkäufliche Sauen beim Abdecker landen und Peta Strafanzeigen stellt, weil Tiere vermeintlich ohne vernünftigen Grund getötet wurden.

Dabei hat die scheinbare Unvernunft politische Wurzeln: Trotz schöner Fensterreden schreitet die Klimaerwärmung nahezu ungebremst voran. Der Maisanbau zur Erzeugung vermeintlich ökologisch wertvoller Energie ist weiter auf dem Vormarsch. Das kommt den Sauen entgegen, die immer öfter schon im ersten Lebensjahr frischen, also Nachwuchs bekommen, und sich immer öfter mehrmals im Jahr fortpflanzen.

So, wie manche Umwelt-„Experten“ jetzt erst entdecken, dass Bienensterben und Maisanbau zusammenhängen, entdecken sie nun völlig überraschend (?) die wahren Ursachen des Schwarzwild-Problems. Es war ja auch bequemer, den Unsinn nachzubeten, dass Jagddruck die übermäßige Vermehrung der Schweine auslöst.

So warten wir bisher vergeblich auf die ehrliche Feststellung, dass die vermeintliche Energiewende und vermehrter Einsatz von Glyphosat zusammengehören und die Bauern durch die bisher missglückte Energiewende in den Maisanbau getrieben werden, wenn sie überleben wollen. Der massiv subventionierte Kauf von Elektroautos wird die Misere obendrein noch weiter verschärfen.

Wir sehen, in der Natur hat jeder menschliche Eingriff Folgen, auch dann, wenn er vermeintlich politisch korrekte Ziele verfolgt. Eine dieser Folgen sind die aktuellen Hilferufe an die bisher so gern verteufelte Jägerschaft. Politiker wissen nämlich: Gegen den Volksaufstand, den ein Mangel an möglichst billigem Schweinefleisch auslösen dürfte, ist ein Tierrechtler-Shitstorm im Internet allenfalls ein laues Lüftchen.

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Das einzig Gute an der Sache: Der Einsicht, dass das Mehrheitsprinzip ein Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften ist, hilft die Schweinepest womöglich auf die Sprünge. Dass sogar unter der Verantwortung eines Ministerpräsidenten von den Grünen zur verschärften Schweinejagd geblasen wird, sollte weniger erfolgreiche Parteifreunde des Stuttgarter Regierungschefs zum Nachdenken bewegen: Auf längere Sicht ist es nützlicher, auf Volkes Stimme zu hören, statt mit den Wölfen zu heulen, die das Sauenproblem nicht lösen werden.

Nebenbei: Jäger, die beim großen Schweineschlachten durchaus berechtigte Skrupel haben, sollten ausnahmsweise mal politisch denken. Es gibt nämlich reichlich Leute, die nur darauf warten, dass wir die Sauen trotz gelockerter Regeln nicht in den Griff bekommen. Und hoffentlich bald mehr Bauern, die unter dem Eindruck der Schweinepest für vernünftige Schussschneisen auf ein, zwei Tagwerk Mais verzichten.

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