Wenn sich der Nabu verrechnet

Mit der (wohl haltlosen) Behauptung, dass in Hamburg jährlich fast 200 Hektar Grünflächen verloren gehen, ist der Nabu auf Stimmenfang gegangen.

Park in Hamburg

Foto: KarstenBergmann

Der Nabu nimmt's mal wieder nicht so genau mit der Wahrheit: Bei der Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ hat sich der Verein um das bis zu Zehnfache verrechnet – und tut sich schwer, Fehler zuzugeben.

Mit der (wohl haltlosen) Behauptung, dass in Hamburg jährlich fast 200 Hektar Grünflächen verloren gehen, war der Nabu auf Stimmenfang für seine Volksinitiative gegangen. Die „Zeit“ recherchierte und dabei kam heraus: In Wahrheit geht es um zehn bis allenfalls 80 Hektar pro Jahr.

Hintergrund: Wie in anderen Großstädten ist der Wohnraum auch in Hamburg rar und teuer. Nur Neubauten könnten das Problem entschärfen – und dazu braucht es Baugrundstücke. Deshalb gehört der Mieterverein zu den schärfsten Kritikern der Nabu-Übertreibung: „Sollte die Öffentlichkeit mit manipulierten Zahlen zur Unterschrift der Volksinitiative gelockt werden, dann sollte man die Initiative sofort abblasen.“

Spannend, wie der Naturschutzverein auf die Vorwürfe reagiert: Zuerst hieß es, die Zahlen stammten von der Liegenschaftsbehörde. Dann fragte der Norddeutsche Rundfunk nach und bekam die Antwort, dass dort neuere Zahlen zum Flächenverbrauch bisher nicht erfasst wurden.

Nun will der Nabu „in Ruhe prüfen“. Vorläufiges Ergebnis: „Leider haben wir die Hinweise unserer eigenen Fachleute, dass die Daten des statistischen Landesamtes in ihrer Erhebung Schwächen aufweisen, nicht auch auf die von der Fachbehörde gelieferten Zahlen bezogen.“

Jägern dürfte so etwas bekannt vorkommen. Von der Nabu-Interpretation der Strecken-Statistiken bis zur Zählweise bei der aktuellen Wolfspopulation. Rechenschwäche ist ja keine Schande. Aber sehr wohl die Methode, mit falschen Zahlen Stimmung zu machen und Spenden zu generieren.

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