Wie der Nabu Stimmung macht

Der Nabu macht sich mit Macht unbeliebt bei den Bauern. Aktuell mit gesteuerten Massen-Mails an die Europäische Union.

Landwirtschaft

Foto: swampcat1943

Wir Jäger kennen die Methode aus eigener Erfahrung: Das Internet wird gnadenlos für Proteste missbraucht, die es so in Wahrheit gar nicht gibt. Ein paar Klicks und fertig ist das scheinbar bedeutungsschwere Schreiben zu politisch schwerwiegenden Fragen. Auch zu solchen, von denen die Existenz ganzer Berufsgruppen abhängt.

Öko-Konzerne wie Nabu und Peta beherrschen die Klaviatur der Scheinwirklichkeit besonders gut. Sie sorgen gern dafür, dass die Position von Minderheiten wie Volkes Wille daherkommt. Und leider gibt es Politiker, die nur allzu gern drauf reinfallen, um ihre Außenseiter-Position zu untermauern.

Im akuten Fall beginnen sich Landwirte vehement gegen solche Manipulation zu wehren: Es geht um eine Umfrage, mit der die Europäische Union erkunden will, wie sich Bürgerinnen und Bürger die Agrarpolitik der Zukunft wünschen. Vorgesehen sind dabei persönliche Antworten auf einen umfänglichen Fragenkatalog.

Vermutlich ist kein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass die Aktion ausgerechnet im zeitigen Frühjahr läuft. Da haben Landwirte Wichtigeres zu tun, als vor dem Computer zu sitzen und auf wenig volksnah formulierte Fragen zu antworten. Die Nabu-Gemeinde hat es da wesentlich einfacher: Deutschlands kapitalkräftigster Umweltverband bietet seiner Gefolgschaft eine „Online-Beteiligungshilfe“ mit fertigen Antworten, die dann mit „wenigen Klicks an die EU-Kommission“ nach Brüssel gehen.

Nicht nur dem Verein „Familienbetriebe Land und Forst“ schwant bei diesem Verfahren Böses. Auch in den Organisationen der Landjugend gibt es Bemühungen, bei dieser Mausklick-Demokratie nicht untergebuttert zu werden. Nur, so lächerlich einfach wie der Nabu machen es die Vertreter des ländlichen Raums ihrer „Kundschaft“ bisher nicht. Was durchaus ehrenwert ist, aber womöglich auch blauäugig.

Die vermutlich einzig wirksame Antwort auf die Jahrmarkt-Demokratie im Internet: Das gute alte Briefpapier nebst Unterschrift, Kuvert und Briefmarke. So ließe sich schnell die Spreu vom Weizen scheiden. Auch was die Liebe zur Natur angeht. Und Manipulationen mit Fake-Absendern wären auch nicht mehr so einfach.

reichlich Politiker haben es sich im Internet bequem gemacht. Persönliche Entdeckungsreisen in den ländlichen Raum sind ja auch weit beschwerlicher.

Ob es Mehrheiten dafür gibt, die virtuelle Welt zumindest bei offiziellen Befragungen aus politischen Entscheidungsprozessen fernzuhalten, erscheint allerdings fraglich. Auch reichlich Politiker haben es sich im Wolkenkuckucksheim des Internets sehr bequem gemacht. Persönliche Entdeckungsreisen in den ländlichen Raum sind ja weit beschwerlicher. Und sie bergen das Risiko, die echte Wahrheit zu erfahren. Zum Beispiel die, dass sich Stadt- und Landbevölkerung in hohem Tempo auseinanderleben.

Dass es auch anders ginge, zeigt die Bruchlandung, die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit den ziemlich sinnfreien „Bauernregeln“ ihres Hauses hingelegt hat. Da war der reale Shitstorm der Betroffenen so kräftig, dass die Dame klein beigeben musste. Dafür lieferte sie wenig später Umfrage-Ergebnisse zum Umweltbewusstsein der Deutschen nach, die sogar dem „Spiegel“ wie eine Märchenstunde vorgekommen sind.

Es wird wohl Zeit, Traumtänzer ins wirkliche Leben zurückzuholen. Die Bürgerbefragung zur Agrarpolitik finden Sie hier und die Nabu-Ausfüllhilfe hier.

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