Wildbret: Schützenhilfe von einer Grünen

Die Preise für heimisches Wildschweinfleisch sind nun auch in Süddeutschland total im Keller. Unerwartete Rückendeckung gab es auf der Grünen Woche in Berlin.

Wildschweinsalami

Foto: DanielWanke

Es ist die Kehrseite der Schweinepest-Vorsorge: Die Wildbretpreise für Schwarzwild sind nun auch in Süddeutschland total im Keller. Viele Jäger bringen es nicht übers Herz, Sauen zu erlegen, um sie dann zum Abdecker zu bringen. Kapiert hat das offenbar ausgerechnet eine Ministerin von den Grünen.

Für alle, die es überlesen haben: Eben gab es auf der Grünen Woche in Berlin einen denkwürdigen Auftritt. Ulrike Höfken, Umwelt- und Agrarministerin der rot-grün-gelben Ampelkoalition von Rheinland-Pfalz, stieg gemeinsam mit Repräsentanten der Jägerschaft auf die Bühne, um für den Wildbret-Konsum zu werben: „Unsere Wildtiere laufen bis zum Ende im Freien, sie sind gesund und ernährungsphysiologisch ideal.“

Nachdem die meisten Fachpolitiker ziemlich lautlos den Richterspruch hingenommen haben, dass Wildbret nicht mehr mit dem Begriff „Bio“ beworben werden darf, ist der Zwischenruf der grünen Fachfrau (Diplom-Agraringenieurin) bemerkenswert, aber nicht überraschend. Mit dem neuen Landesjagdgesetz hat sie zwar auch schon für Ärger in der Jägerschaft gesorgt, aber sie bekennt sich immer wieder klar zur Jagd: „Jagd ist ökologisch sinnvoll und notwendig.“

Und jetzt dieser durchaus denkwürdige Auftritt mit Jäger-Präsident Hartwig Fischer auf der Grünen Woche. So viel Rückenwind könnten die Jäger in der Schwarzwild-Krise auch von Politikern anderer Parteien gut vertragen. Vor allem von denen, die sonst keine Hubertus-Feier auslassen, um sich bei der Jägerschaft beliebt zu machen.

Wenn reichlich Forstämter ihr Schwarzwild weit unter dem Bediensteten-Preis abgeben müssen, um es überhaupt noch los zu werden, ist es einfach, auf den Wildbret-Handel zu schimpfen, der momentan tatsächlich märchenhafte Handelsspannen realisiert. Aber damit lässt sich das Problem nicht lösen, dass es an der Verbraucher-Nachfrage fehlt. Auch weil klare Worte zur herausragenden Qualität des Lebensmittels Wildbret fehlen.

Über die Grüne Woche und die Grünen-Ministerin hat es die Direktvermarktungs-Kampagne „Wild auf Wild“ immerhin ins Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geschafft. Und die Jäger dürfen gespannt sein, ob wenigstens die „klugen Köpfe“, die das Blatt als Leserschaft umwirbt, die Botschaft verstehen.

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