Unsere Jagdhunde (XIX): Der Barbet - Ein treuer Gefährte für Jäger und Familien

Der Barbet ist die perfekte Mischung aus Familien- und Jagdhund.

Barbet

Foto: Verein für französische Vorstehhunde (VBBFL)

Er ist einer der ältesten europäischen Wasserhunde, doch lange war der Barbet in Vergessenheit geraten. Erst in den 70er-Jahren erlebte die Zucht einen Aufschwung. Heute schätzt man den Bestand der Rasse auf 400 bis 500 Tiere weltweit.

Die Herkunft des Barbets ist bis heute nicht genau geklärt. Es gibt zwei Theorien: Entweder brachten maurische Eroberer den Hund im 6. Jahrhundert nach Spanien oder die Portugiesen haben die Hunderasse aus einem nordischen Land nach Europa eingeführt. Der Barbet beeinflusste die Zucht heutiger Hunderassen wie die des Deutsch Drahthaars, des Pudelpointers, des Griffon Korthals oder des Irish Water Spaniel. Vorrangig wurde die Rasse als Hüte- oder Wachhund für Vieh und Hof gehalten. Ein berühmter Anhänger des Barbets war Napoleon, sein Hund „Moustache“ war ihm ein treuer Begleiter.

Barbet

Foto: Verein für französische Vorstehhunde (VBBFL)

Auch bei der Jagd fand der Barbet bereits im Mittelalter Anwendung. „Das war der Urbarbet - Herdenschutzhund und Jagdhund“, erklärt Max O. Weindler vom Verein für französische Vorstehhunde (VBBFL). Besonders begeistert ihn, dass die jagdlichen Anlagen der Rasse, die heute von dem Verein geprüft werden, seit damals nicht beeinträchtigt worden seien. Auch nicht durch die Einzucht des Pudels im Jahr 1989, um das Haarkleid zu verbessern. Denn „der Pudel unserer Zeit hat auch eine jagdliche Vergangenheit“, erzählt Max O. Weindler.

Auch wenn der Hund nach Ansicht von Max O. Weindler besser vorsteht als schwimmt, liebt der Hund aus Frankreich die Wasserarbeit und ist ein guter Schwimmer, egal ob im Sommer oder im Winter. Bei der Jagd wird der Barbet daher vorrangig beim Aufstöbern und Aufscheuchen von Wasservögeln im Schilf sowie dem anschließenden Apportieren eingesetzt. Um den Hund an diese Arbeit heranzuführen, ist es Weindler zufolge hilfreich, mit dem Apportieren bereits spielerisch ab dem Alter von 12 Wochen zu beginnen.

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Sein langes, dichtes und wolliges Haar schützt den Barbet vor Wasser und Kälte und verleiht dem Hund seinen Namen: Das Haarkleid formt am Kinn einen Bart, was im Französischen „barbe“ heißt. Das Fell verlangt eine ordentliche Portion Pflege – das wollige und krause Haar kann vor allem während der Jagd schnell Schnüre bilden. Er sollte daher regelmäßig gebürstet bzw. gekämmt werden. Die Farbe seines Fells variiert je nach Zucht und kann schwarz, grau, kastanienbraun, sandfarben, weiß oder gescheckt ausfallen. Ausgewachsen erreichen Rüden eine Größe von 58 bis 65 Zentimeter, Hündinnen 53 bis 61 Zentimeter.

Der Barbet hat ein freundliches und ausgeglichenes Wesen. Verbunden mit seiner geselligen Art ist er daher sehr gut als Familienhund geeignet. Er entwickelt eine enge Beziehung zu seinem Hundeführer. Dieser sollte dem lernwilligen Hund viel Zeit in der Erziehung und Beschäftigung widmen. Gerade als reiner Familienhund sind Apportierspiele und Hundesport ein guter Ersatz für die Jagd. Max O. Weindler vom VBBFL bringt es auf den Punkt: „Er ist ein super Hund für die Familie, die er hegt und pflegt (Herdenschutz!), aber auch ein hervorragender Jagdhund, der anderen Rassen in nichts nachsteht.“

Zu den ersten Teilen unserer Jagdhundeserie gelangen Sie hier:
Unsere Jagdhund (XVIII): Die Steirische Rauhhaarbracke
Unsere Jagdhunde (XVII): Eleganz in grau – der Weimaraner

Unsere Jagdhunde (XVI): Der Beagle als Jagd- und Familienhund
Unsere Jagdhunde: (XV): Ein kastanienbraunes Temperamentsbündel – Der Irish Setter
Unsere Jagdhunde (XIV): Der Hannoversche Schweißhund
Unsere Jagdhunde (XIII): Versicherung für Vierbeiner
Unsere Jagdhunde (XII): Der Deutsch Kurzhaar

Unsere Jagdhunde (XI): Ambitionierter Apportierhund – der Labrador Retriever
Unsere Jagdhunde (X): Der Jämthund – das schwedische Kraftpaket
Unsere Jagdhunde (IX): Dackel, Teckel, Dachshund – ein verlässlicher Jagdbegleiter
Unsere Jagdhunde (VIII): Die Schweizer Laufhunde - Vier auf einen Streich
Unsere Jagdhunde (VII): Der kleine Münsterländer
Unsere Jagdhunde (VI): Ideal für Jagd und Familie – der Cocker Spaniel
Unsere Jagdhunde (V): Wissenswertes über Zecken
Unsere Jagdhunde (IV): Der Pointer – Sprinter mit Spürnase!
Unsere Jagdhunde (III): Die Alpenländische Dachsbracke
Unsere Jagdhunde (II): Magyar Vizslas – Majestätische Vierbeiner
Unsere Jagdhunde (I): Vom Welpen zum Waidmannsheilbringer

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