Unsere Jagdhunde (XVII): Eleganz in grau – der Weimaraner

Der Weimaraner ist ein Jagdhund mit einem anhänglichen und ausgeglichenen Wesen. Der Hype um diese Rasse entstand allerdings wohl vor allem aus seiner außergewöhnlichen Erscheinung.

Weimaraner

Foto: David Mark

Obwohl seine Abstammung nicht genau geklärt ist, ist eines sicher: Der Weimaraner ist ein echter Aristokrat. Schon im 19. Jahrhundert wurde diese Jagdhunderasse von Goethe-Freund Carl August am Hof zu Weimar gehalten. Dort wurde der Weimaraner als Gebrauchshund der Jäger und Förster eingesetzt. Vor mehr als 100 Jahren legte der Weimaraner Klub in Erfurt die Rassemerkmale fest und verpflichtete sich, die Jagdhunde nur an Fachleute abzugeben. Als anhänglicher und wesensfester Jagdhund wird er seit damals gezüchtet und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.

Der Weimaraner kommt in zwei unterschiedlichen Haarkleidern daher: kurzhaarig oder langhaarig, wobei die kurzhaarige Variante eindeutig häufiger vorkommt. Bei beiden ist das Fell grau, silber oder rehfarben. Der drahtige, etwa 70 Zentimeter hohe Körperbau und die langen Schlappohren verleihen dem Weimaraner ein elegantes Aussehen. Die Augen, die im Welpenalter noch himmelblau sind, werden später bernsteinfarben und sind besonders charakteristisch für die adeligen Vierbeiner. Amerikanische Zuchtverbände beschreiben die Augenfarbe auch als blau bis blaugrau.

Jagdhund Weimaraner

foto: zuzanu

Obwohl der Weimaraner eine der ältesten deutschen Vorstehhunderassen ist, ist sein Aufgabenfeld nicht auf das Vorstehen beschränkt. Sowohl die Nachsuche als auch das Apportieren liegen dem Weimaraner. Eine gute Figur macht er außerdem bei der Wasserarbeit. Dabei überzeugt er durch Ausdauer, Konzentration und hohe Wildschärfe. Besonders nach dem Schuss neigt der Weimaraner dazu, mit tiefer Nase zu arbeiten, was von Jägern sehr geschätzt wird.

Aufgrund seiner ansprechenden Erscheinung ist der Weimaraner auch bei vielen Nichtjägern in Mode gekommen. Egon Gaßmann, früherer Vorsitzender des Deutschen Weimaraner Klubs, bedauert dies: „Vor allem aus den USA kommt der Trend zum Weimaraner als Showhund“, sagte er gegenüber der Welt. „Hier zählt nur das Aussehen – der Hund, der gut zum Cabriolet passt.“ Deshalb weigert sich der Züchterverband, dem wachsenden Hype um die Hunderasse nachzugeben. „Bei uns zählt die jagdliche Leistung, wenn der Hund noch dazu schön aussieht, ist das toll, aber nicht entscheidend“, wird Gaßmann von der Zeitung zitiert. „Wir haben immer nur auf Bedarf gezüchtet.“

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Auch wenn bereits Grace Kelly und Frank Sinatra einen Weimaraner ihr Eigen nannten, eignet er sich eigentlich gar nicht als Modehund. Nichtjäger stoßen bei dieser Rasse schnell an ihre Grenzen, da sie der starke Jagdinstinkt ganz schön auf Trab hält. Auch der Schutztrieb des Weimaraners ist viel ausgeprägter als bei anderen Jagdhunden, was besondere Kenntnisse vom Besitzer erfordert. Der hohe Beschäftigungsbedarf ist nicht zu unterschätzen: Weimaraner wollen nicht nur bewegt, sondern auch angemessen gefordert werden. Nichtjägern fehlen meist die Möglichkeiten, dem Weimaraner die körperlichen und mentalen Herausforderungen zu bieten, wie es die Jagd kann. Daher sollte der Halter am besten ein erfahrener Jäger oder Förster sein.

Zu den ersten Teilen unserer Jagdhundeserie gelangen Sie hier:
Unsere Jagdhunde (XVI): Der Beagle als Jagd- und Familienhund
Unsere Jagdhunde: (XV): Ein kastanienbraunes Temperamentsbündel – Der Irish Setter
Unsere Jagdhunde (XIV): Der Hannoversche Schweißhund
Unsere Jagdhunde (XIII): Versicherung für Vierbeiner
Unsere Jagdhunde (XII): Der Deutsch Kurzhaar

Unsere Jagdhunde (XI): Ambitionierter Apportierhund – der Labrador Retriever
Unsere Jagdhunde (X): Der Jämthund – das schwedische Kraftpaket
Unsere Jagdhunde (IX): Dackel, Teckel, Dachshund – ein verlässlicher Jagdbegleiter
Unsere Jagdhunde (VIII): Die Schweizer Laufhunde - Vier auf einen Streich
Unsere Jagdhunde (VII): Der kleine Münsterländer
Unsere Jagdhunde (VI): Ideal für Jagd und Familie – der Cocker Spaniel
Unsere Jagdhunde (V): Wissenswertes über Zecken
Unsere Jagdhunde (IV): Der Pointer – Sprinter mit Spürnase!
Unsere Jagdhunde (III): Die Alpenländische Dachsbracke
Unsere Jagdhunde (II): Magyar Vizslas – Majestätische Vierbeiner
Unsere Jagdhunde (I): Vom Welpen zum Waidmannsheilbringer

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