Unsere Jagdhunde (XX): Die Deutsche Bracke

Die jagdliche Stärke der Deutschen Bracke liegt vor allem in ihrem ausgeprägten Spur- und Fährtewillen.

Deutsche Bracke

Foto: klausschmadalla

Vor 100 Jahren jagten in Deutschlands Revieren noch eine Vielzahl hochläufiger lokaler Brackenrassen wie die Roten Hannoverschen Haidbracken, die Holsteiner Bracken und die Cronenberger Bracken, um nur diese drei beispielhaft zu nennen. Sie alle verschwanden im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts von der jagdkynologischen Bildfläche beziehungsweise wurden sie von den Vorstehhunden aus den Revieren verdrängt. Unfassbar, welches genetisches Potential man damals so einfach aufgegeben hat.

Einzige Überlebende dieser einstigen Rassevielfalt ist die Deutsche Bracke, die bis in die jüngere Zeit nach dem Zentrum ihrer damaligen Zuchtaktivitäten noch Olper Bracke hieß. In ihr waren die kleine Steinbracke und die hochläufigere Holzbracke zu einer Mischform verschmolzen.

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Die Deutsche Bracke ist 40 bis 53 Zentimeter groß. Ihr Haarkleid soll stockhaarig sein, sehr dicht und auch an der Bauchunterseite keine kahlen Stellen aufweisen. Die Rute ist fuchsluntenartig rundum behaart. Die Farbe ist Rot bis Gelb mit schwarzem Sattel oder Mantel und den weißen Brackenabzeichen: durchgehende Blesse, weißer Fang mit möglichst durchgehendem Halsring, weißer Brust sowie weißen Läufen und weißer Rutenspitze (sogenanntes „Blümchen“).

Züchterisch betreut wird die Deutsche Bracke vom „Deutschen Bracken-Club“ (DBC). Im Jahre 2016 wurden 100 Welpen in das Zuchtbuch des DBC eingetragen. Nahezu alle Welpen gehen in Jägerhände, eine Zucht nur auf Form und Schönheit ist dieser Rasse bislang erspart geblieben. Ihr Bekanntheitsgrad in der Jägerschaft hat sich durch ihren Einsatz bei Bewegungsjagden erheblich vergrößert und das schlägt sich auch in den seit Jahren langsam steigenden Welpenzahlen nieder.

Die jagdlichen Stärken dieser Rasse liegen im ausgeprägten Spur- und Fährtewillen und im genetisch fixierten lockeren Spur- und Fährtelaut. Stumm jagende Deutsche Bracken gibt es praktisch nicht. Auch das selbstständige weite Jagen und die Orientierungssicherheit gehören zu den Stärken der Deutschen Bracke. 

Ihre Familientauglichkeit ist infolge ihrer Ruhe und ihrer Kinderfreundlichkeit sehr groß. Obwohl die Deutsche Bracke ein klassischer Hasenhund war, ist es erstaunlich, wie viele Vertreter dieser Rasse am Schwarzwild ausgesprochen wildscharf sind. Geprüft werden die Deutschen Bracken nach der gemeinsamen Prüfungsordnung aller im Jagdgebrauchshundverband zusammengeschlossenen Bracken-Zuchtvereine.

Bernd Krewer

Bernd Krewer / Foto: Manfred Gessinger

Zum Autor:

Bernd Krewer, Jahrgang 1939, hat jahrzehntelang als Förster gearbeitet, ist ein ausgewiesener Fachmann der Jagdkynologie, Nachsuchespezialist, Richter bei Jagdhundeprüfungen und Sachbuchautor. Er lebt in Kinderbeuern im Alftal, ist verheiratet und hat drei Kinder. 

Eine große Auswahl seiner Bücher rund um die Themen Jagd, Jagdhunde und Rotwild finden Sie in der Altstadt-Buchhandlung in Wittlich: www.altstadt-buchhandlung.biz

Zu den ersten Teilen unserer Jagdhundeserie gelangen Sie hier:
Unsere Jagdhunde (XIX): Der Barbet - Ein treuer Gefährte für Jäger und Familien
Unsere Jagdhund (XVIII): Die Steirische Rauhhaarbracke
Unsere Jagdhunde (XVII): Eleganz in grau – der Weimaraner
Unsere Jagdhunde (XVI): Der Beagle als Jagd- und Familienhund
Unsere Jagdhunde: (XV): Ein kastanienbraunes Temperamentsbündel – Der Irish Setter
Unsere Jagdhunde (XIV): Der Hannoversche Schweißhund
Unsere Jagdhunde (XIII): Versicherung für Vierbeiner
Unsere Jagdhunde (XII): Der Deutsch Kurzhaar

Unsere Jagdhunde (XI): Ambitionierter Apportierhund – der Labrador Retriever
Unsere Jagdhunde (X): Der Jämthund – das schwedische Kraftpaket
Unsere Jagdhunde (IX): Dackel, Teckel, Dachshund – ein verlässlicher Jagdbegleiter
Unsere Jagdhunde (VIII): Die Schweizer Laufhunde - Vier auf einen Streich
Unsere Jagdhunde (VII): Der kleine Münsterländer
Unsere Jagdhunde (VI): Ideal für Jagd und Familie – der Cocker Spaniel
Unsere Jagdhunde (V): Wissenswertes über Zecken
Unsere Jagdhunde (IV): Der Pointer – Sprinter mit Spürnase!
Unsere Jagdhunde (III): Die Alpenländische Dachsbracke
Unsere Jagdhunde (II): Magyar Vizslas – Majestätische Vierbeiner
Unsere Jagdhunde (I): Vom Welpen zum Waidmannsheilbringer

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