Zur Jagd den brauchbaren Jagdhund

Münsterländer

Zur waidgerechten und tierschutzkonformen Jagdausübung sind bekanntlich brauchbare Jagdhunde erforderlich. Um entsprechende Vierbeiner zu erhalten, leisten die Zuchtvereine und Jagdgebrauchshundevereine in Deutschland ihren Beitrag, unter anderem durch die Ausrichtung von Kursen und Lehrgängen zur Ausbildung von Jagdhunden. Wer das Entstehen und die Entwicklung dieser Kurse nachvollziehen möchte, muss die Rückfährte aufnehmen. Denn längst bevor Kurse oder Lehrgänge für Haus- und Begleithunde in Mode kamen, wurden im Jagdgebrauchshundwesen Lehrgänge für Hund und Führer von den Zucht- und Prüfungsvereinen für Jagdhunde eingeführt. So organisierte schon im Jahre 1936 Franz Strasmann als „Erfinder“ und Pionier in seinem Jagdgebrauchshundverein Bergisch Land den ersten offiziellen Lehrgang für Führer und Hund, den er als Schulungskurs bezeichnete.

Bereits vor mehr als 100 Jahren, also bevor Bücher von oftmals selbsternannten sogenannten Hundeflüsterern erschienen, legte der unter dem Pseudonym „Oberländer“ bekannte Carl Rehfuß (1855-1926) mit seinem Erstlingswerk „Die Dressur und Führung des Gebrauchshundes“ die Messlatte mit den damals strengen Regeln der Parforce-Dressur fest. Im 20. Jahrhundert haben sich, angepasst an die verschiedenen Jagdgebrauchshunderassen und deren rassespezifische Aufgaben im Jagdbetrieb, aufgrund neuer jagdkynologischer Erkenntnisse eine Vielzahl anderer Ansichten und Meinungen, insbesondere aus der Verhaltensforschung, durchgesetzt. Viele Wege führen nach Rom und so sind im Laufe der Zeit viele Ausbildungswege für das Jagdgebrauchshundwesen entstanden, wobei jeder von ihnen dann zu respektieren ist, wenn er zum alleinigen Ziel, dem für die Jagd brauchbaren Hund, führt.

Im Vordergrund steht die Schulung der Richter, Vereinsvorstände und Lehrgangsleiter

Zu den im Vordergrund stehenden Aufgaben, denen sich die Zucht-und Prüfungsvereine für Jagdhunde immer wieder stellen müssen, gehört die Schulung der Richter, Vereinsvorstände und Lehrgangsleiter. Ein wesentliches Instrument bei diesem Bemühen sind die jagdkynologischen Seminare. Nicht einer Zeiterscheinung folgend, sondern aus der klaren Erkenntnis der angewandten Erb- und Verhaltensforschung für die gesamte Kynologie hatte der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) als Dachverband sein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung der Wesensfestigkeit der Vierbeiner fokussiert. Bereits in einem vom JGHV in Zusammenarbeit mit dem VDH im Jahre 1973 gegründeten wissenschaftlichen Ausschuss waren neben kynologischen Praktikern eine Reihe von Wissenschaftlern – darunter der sehr bekannte Eberhard Trumler – darum bemüht, Erkenntnisse der Verhaltensforschung für die züchterische Praxis sowie für Haltung, Ausbildung und Führung unserer Jagdhunde nutzbar zu machen.

Um aber an dem gemeinsamen Ziel der Nutzanwendung der Verhaltensforschung arbeiten zu können, war es erforderlich, zunächst kynologische Begriffe zu definieren und zu erläutern. Im Jahre 1975 kam es zur Veröffentlichung der Ergebnisse dieser Arbeit des Ausschusses – bei der auch die Erkenntnisse von Nobelpreisträgern wie Prof. Dr. Dr. Pawlow und Prof. Dr. Konrad Lorenz Berücksichtigung fanden. Später gab es dann noch Veröffentlichungen von weiteren Arbeiten, wie beispielsweise über die Prägungsprogramme für Welpen und Junghunde. Den Anstoß dazu gab unter anderem ein Referat von Heinz Weidt anlässlich des 20. Jagdkynologischen Seminars in Springe.

So bieten denn schon seit langer Zeit eine Reihe von  Zucht- und Prüfungsvereinen Welpen- und Junghundekurse (auch Früherziehungskurse genannt) neben den Ausbildungslehrgängen als festen Bestandteil des Jahresprogramms an. Diese empfehlenswerte Kurse und Lehrgänge beginnen überwiegend im Frühjahr. Auskunft dazu geben die Zucht- und Jagdgebrauchshundvereine. Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage www.jghv.de.

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