30 Jahre Schutz sichern den Storchenbestand

In Bayern wurde jetzt der große Erfolg des Artenhilfsprogramms für Weißstörche gefeiert.

Junge Weißstörche

Foto: LBV/Peter Lehner

Wenn ein Programm zur Hilfe bedrohter Arten eingestellt wird, muss etwas Besonderes passiert sein. Zum Beispiel könnte das Geld ausgegangen sein – alle Beteiligten würden dann gemeinsam bedauern, dass man da wohl nicht mehr machen kann. Aus einem völlig anderen Grund aber ist jetzt in Bayern das Artenhilfsprogramm für den bedrohten Weißstorch beendet worden – und zwar wegen des nachhaltigen Erfolgs der Schutzbemühungen.

Die Zahlen dieses Erfolgs sind wirklich beeindruckend: Waren es in den 1980er-Jahren nur noch knapp 60 Brutpaare, ist der Bestand heute mit rund 480 besetzten Storchennestern in Bayern gesichert. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) feierten daher nun gemeinsam das Gelingen aller Anstrengungen der vergangenen drei Jahrzehnte. „Das Artenhilfsprogramm für den Weißstorch ist eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes in Bayern“, freute sich LfU-Präsident Claus Kumutat laut einer Pressemitteilung. Dieser Erfolg sei nur durch das große Engagement von rund 350 ehrenamtlichen Storchenbetreuern möglich gewesen, ergänzte der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

In den 1970er-Jahren waren die Prognosen dem LBV zufolge düster und sogar das Aussterben des Weißstorches wurde befürchtet. „Dieser schwarzen Zukunft für den weißen Storch wollten wir und unsere Partner Schutzmaßnahmen entgegensetzen“, sagte Norbert Schäffer. Im Jahr 1984 startete deshalb das Artenhilfsprogramm für den Weißstorch. Da die Vögel in Mitteleuropa fast ausschließlich auf Gebäuden brüten, konzentrierten sich die Schutzmaßnahmen vor allem auf den Erhalt und die Neuanlage von Tümpeln und feuchten Grünlandbereichen in Siedlungsnähe. Schließlich dient das feuchte Grünland in Flussauen und Niederungen dem Storch als Nahrungsgebiet. 

Als weitere Hilfsmaßnahme wurden zahlreiche Weißstorch-Nisthilfen renoviert
oder neu gebaut. Dank der Hilfe von Gebäudebesitzern und Feuerwehren konnten auch Horst-Plattformen auf Gebäuden aufgestellt werden. „Darüber hinaus haben wir, zusammen mit unseren Partnern, Landwirte und Gemeinden intensiv beraten, wie sie schonend Talwiesen bewirtschaften und bei Siedlungs- und Straßenbauplanungen auf Nahrungsflächen Rücksicht nehmen“, sagte die LBV-Weißstorchexpertin Oda Wieding. Auch die Gefährdung des Weißstorchs durch Stromschlag sei verringert worden. So sei ein Großteil der rund 170.000 gefährlichen Strommasten in Bayern mittlerweile gesichert.

Das rundum erfreuliche Fazit aller Beteiligten: Mit dem erreichten Bestand von rund 480 Storchenpaaren können sich die Weißstörche in Bayern künftig auch ohne besondere Hilfsmaßnahmen erfolgreich fortpflanzen. Der LBV wird ihren Bestand aber über ein Monitoring weiter im Auge behalten.

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