„Achtlose Zeitgenossen“ halten Jäger und Angler auf Trab

Mit Müllsammelaktionen machen Hegeringe und Fischereivereine jetzt wieder auf die Verantwortungslosigkeit vieler Mitmenschen aufmerksam.

Unrat im Wald

Symbolbild: stux

Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken die Menschen in die Natur – da ist es wieder höchste Zeit für einen gründlichen „Frühjahrsputz“. Genau das denken sich vielerorts momentan Jäger, Angler und weitere Naturfreunde. Mit vereinten Kräften holen sie gleich kubikmeterweise Müll aus Wäldern oder Flüssen. Ein vorbildlicher Einsatz, der nur erforderlich ist, weil viele Mitmenschen so verantwortungslos handeln.

Rund 25 Kubikmeter Müll sammelten etwa Jäger aus dem nordrhein-westfälischen Weilerswist jetzt innerhalb weniger Stunden – darunter Autobatterien, eine Waschmaschine und sogar Giftstoffe. „Wir sind eigentlich das ganze Jahr über damit beschäftigt, Müll aus den Wäldern und Feldern zu entfernen“, berichtete Hegeringleiter Manfred Gerhards dem Kölner Stadt-Anzeiger. Weil dabei jedoch nicht öffentlich bekannt werde, wie viel die Jäger über das Jahr verteilt zusammentragen, wollten sie mit ihrer Aktion nun wieder einmal gezielt auf das verantwortungslose Handeln zahlreicher Menschen aufmerksam machen. Sowohl der Waldboden als auch Pflanzen und Tiere seien von dem Müll betroffen.

die „Müllflut“ in der Natur – insbesondere Essensreste – könnte auch die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest begünstigen

Im sachsen-anhaltinischen Landkreis Börde stand jetzt wieder der „Umwelttag“ des Hegeringes Belsdorf an. Wie volksstimme.de berichtet, mussten die Jäger auch hier erstaunt zur Kenntnis nehmen, was „achtlose Zeitgenossen“ so alles im Wald zurücklassen. Bei ihrer diesjährigen Sammelaktion fanden sie nicht nur einen Fernsehapparat, sondern sogar einen ganzen Wohnwagen, der „ordentlich“ in kleine Teile zerlegt war. Dass die „Müllflut“ in der Natur – und dabei insbesondere Essensreste – auch noch die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) begünstigen könne, kommt für die Jäger als weiteres Ärgernis hinzu.

Nicht nur Hegeringe engagieren sich mit Frühjahrsputz-Aktionen – auch Angler sagen dem Unrat nun wieder gemeinsam den Kampf an. Beispielsweise im oberfränkischen Gosberg: Mitglieder des Fischereivereins Gosberger Wehr trugen an einem von ihnen betreuten Gewässerabschnitt 70 Kilogramm Müll zusammen, schreibt infranken.de. Leider stamme ein Großteil aus Hinterlassenschaften von geduldeten, jedoch illegalen Lager- und Grillpartys, klagte der Vereinsvorsitzende Roland Kraus.

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