Brut- und Setzzeit: Jungtiere weder berühren noch mitnehmen

Während der Brut-und Setzzeit kann es leicht vorkommen, dass man im Wald kleine Rehkitze, junge Hasen oder auch Vögel findet. Mitnehmen sollte man diese Tiere aber auf keinen Fall. Was Sie bei einem Fund beachten sollten, haben wir zusammengefasst.

Verstecktes Rehkitz unter Gestrüpp

Foto: Dieter Hopf

Versteckt im hohen Gras oder inmitten einer Hecke: Dem Nachwuchs von Rehen, Hasen und Vögeln könnten Spaziergängern zurzeit häufiger begegnen, vor allem dann, wenn diese die Wälder oder Wiesen in Waldesnähe durchqueren. Der Anblick eines vermeintlich einsamen, hilflosen Rehs mag das Bedürfnis wecken, dieses retten zu wollen. Sobald das Tier aber angefasst, von Hunden beleckt oder gar von seinem Platz weggetragen wird, beginnt das Problem. Denn oftmals sind die Tiere weder verwaist noch zurückgelassen worden. Der menschliche Geruch führt erst dazu, dass unter anderem Ricken ihre Jungen verstoßen und diese verhungern müssen.

Deswegen haben wir die wichtigsten Punkte, die man bei dem Fund von Jungtieren beachten und wissen muss, zusammengefasst.

1. Versteckt bedeutet nicht gleich verlassen

Ein einsames, im Gras verstecktes Rehkitz ist oftmals weder verwaist noch zurückgelassen worden. Zum Schutz vor Fressfeinde versteckt eine Ricke ihr Junges im hohen Gras. Hasen, Enten oder Schwäne platzieren ihre Jungtiere sogar an unterschiedlichen Stellen, um es Fressfeinden zu erschweren, den gesamten Wurf ausfindig zu machen. Nach wenigen Stunden kehren die Muttertiere aber zurück, um ihren Nachwuchs zu säugen bzw. mit Nahrung zu versorgen.

2. Jungvögel sind nicht allein

Auch aus dem Nest gefallene Vögel mit ihrem frischen Flaum sollten nicht als hilfsbedürftig angesehen werden. Denn viele Vögel verlassen schon das Nest noch bevor sie fliegen können. Sie stehen aber meist in Kontakt zu ihren Elterntieren, die ihre Brut auch außerhalb des Nests versorgen.

3. Jungtiere nicht berühren

Die Jungtiere dürfen nicht angefasst werden. Sobald sie gestreichelt, getragen oder von einem Hund beleckt werden, bleibt der fremde Geruch haften. Die Folge: Zibben oder Ricken bleiben ihrem Nachwuchs fern. Im schlimmsten Fall verstoßen sie ihn. Gerade deshalb ist es wichtig, die Situation zunächst für ein paar Stunden zu beobachten – und das aus sicherer Entfernung –, um Ricke und Zibbe nicht zu verschrecken.

4. Ausnahmen bei Gefahren

Wenn das Jungtier aber auf der Straße oder in einer Wiese, die gemäht werden soll, sitzt, sollte dieses vorsichtig mit Gras aufgenommen und an einen versteckten Ort gebracht werden. Anschließend sollte es eventuell mit Heu- oder Grasbüschel abgerieben werden. Zu weit darf der Platz nicht vom Fundort entfernt sein.

5. Jagdrecht beachten

Bei verletzten und somit tatsächlich hilflosen Tieren sollte ebenfalls gehandelt werden. Viele Wildtiere unterliegen dem Jagdrecht, wie beispielsweise Rehe, Füchse, Hasen und die meisten Greifvögel. Somit müssen der zuständige Jäger oder aber die Polizei informiert werden. Ist das Tier zu stark verletzt, muss es durch den Jäger von seinen Schmerzen erlöst werden. Beim Aufpäppeln von verletzten Wildtieren besteht zudem immer die Gefahr, dass die Auswilderung nicht gelingt. Jungvögel haben zum Beispiel selbst bei fachgerechter Pflege eine schlechtere Überlebenschance als in der freien Natur.

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