Checkliste Bockjagd (II): Schießfertigkeit und Ausrüstung

Noch drei Wochen bis zur Bockjagd! Wenn das Revier wieder hergerichtet ist, sollte man sich den eigenen Fähigkeiten und der jagdlichen Ausrüstung widmen, um optimal für den Beginn der Jagdzeit gewappnet zu sein.

Ryszard Adamus Rehbock

Symbolbild: Ryszard Adamus

Die Vorfreude steigt von Tag zu Tag, endlich geht die Bockjagd wieder los. Die Wartezeit lässt sich mit den nötigen Vorbereitungen gut überbrücken. Letzte Woche waren das Tipps und Tricks für Revierausstattungen. Diese Woche stehen die Schießfertigkeiten und die richtige Ausrüstung im Fokus!

Regelmäßiges Schießtraining ist für jeden verantwortungsvollen Jäger selbstverständlich. Nachdem im Winterhalbjahr der Kugelschuss auf Wild in Bewegung geübt wurde, spielen im Frühling und Sommer andere jagdliche Situationen die größere Rolle. Die Bockjagd im Mai ist für die Mehrzahl der Jäger eine klassische Ansitzjagd von der Kanzel oder der Leiter aus. Die Schussabgabe erfolgt also ganz überwiegend „sitzend aufgelegt“, was gemeinhin als leichteste Schießposition gilt.

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Allerdings sollte man diese Art zu schießen regelmäßig trainieren und auf die eigene Körperhaltung achten. Präzises Treffen wird insbesondere durch eine Dreipunktauflage ermöglicht, also wenn Körper, Büchse und Ellbogen der Schießhand stabil aufliegen. Die Führhand kann zur Unterstützung an Vorder- oder Hinterschaft eingesetzt werden. Durch Drehung der eigenen Sitzposition können verschiedene jagdliche Situationen simuliert werden. Viele Schießstände bieten auch Drückjagdböcke oder entsprechende Nachbauten für praxisnahes Training an.

Um den Vorteil der Dreipunktauflage auf der Ansitzeinrichtung flexibel nutzen zu können, deponiert man dort ein circa 130 cm langes Brett oder ein Kantholz. Das kann man nun zwischen den Kanzelbrüstungen bequem in Höhe des Brustkorbs arrangieren und sich somit eine simple weitere Kante zum Aufstützen schaffen. Wenn man schon auf dem Schießstand ist, sollte direkt auch der Schuss „stehend angestrichen“ und stehend vom Zwei- oder Dreibein aus geübt werden, um für alle Eventualitäten beim Pirschen vorbereitet zu sein.

Natürlich ist zum Abschluss des Trainings ein Probeschuss mit der eigenen Büchse Pflicht, um die Treffpunktlage der verwendeten Jagdmunition zu kontrollieren. Die Kaliber-, Geschoss und Waffenvielfalt ist natürlich enorm, insbesondere für Rehwild gibt es unübersichtlich viele sinnvolle Kombinationen. Mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest empfiehlt sich aber auch während der Bockjagd der Griff zur hochwildtauglichen Patrone, denn: Sau kann immer kommen!

Die richtige Jagdkleidung für den Mai ist nicht leicht zu finden – mal ist es zu warm, mal empfindlich kalt. Das Zwiebelprinzip hilft natürlich auch hier weiter. Tarnkleidung ist ebenfalls sinnvoll und kann den Bewegungsseher Rehwild einfach täuschen, wenn man das Tier gegen den Wind angeht. Zwei Dinge verraten den Jäger im Frühjahr allerdings sehr häufig: das helle Gesicht und die hellen Hände, die das Fernglas zum Kopf heben oder lästigen Mücken hinterherschlagen. Wenn man Gesicht und Hände beschattet oder verdeckt, erkennt einen der Bock viel schwerer. Und wie jeder Jäger weiß, entscheiden mitunter wenige Sekunden über das eigene Waidmannsheil!

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Den ersten Teil unserer Bockjagd-Serie finden Sie hier:

Checkliste Bockjagd (I): Revierausstattung

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