Hasenpest: Zwei Jäger infiziert

In der Stadt Salzburg (Österreich) grassiert die Hasenpest. Bei der Untersuchung eines toten Hasen haben sich zwei Jäger mit Tularämie infiziert.

Feldhase

Foto: David Schmidt

Behörden und Jäger sind in Alarmbereitschaft: Seit einigen Wochen grassiert in der österreichischen Stadt Salzburg die Tierseuche Tularämie (wir berichteten). Wie leicht sich auch Menschen mit der sogenannten Hasenpest anstecken können, mussten zwei Jäger laut einem Bericht des ORF erfahren: Sie klagten über Fieber, Gliederschmerzen und grippeähnliche Symptome und wurden daraufhin mit Antibiotika behandelt. Im Blut der Jäger konnte später das Bakterium Francisella tularensis nachgewiesen werden, das Auslöser der Hasenpest ist.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten die beiden Jäger schon Ende März im Halleiner Stadtteil Rif einen verendeten Hasen gefunden und untersucht. Dabei hatten sie sich dem Bericht zufolge wahrscheinlich mit Tularämie infiziert. Schon am nächsten Tag traten die grippeähnlichen Beschwerden auf. „Nach zwei bis drei Tagen mit Antibiotika sind die Symptome langsam abgeklungen“, erzählt Manfred Berger, einer der beiden betroffenen Aufsichtsjäger. Zwei Wochen später bestätigten die untersuchten Blutproben dann den Verdacht: Es war Tularämie.

Insgesamt sieben Fälle der Tierseuche wurden seit Anfang Mai in Salzburg gemeldet, so viele wie seit 2014 in ganz Österreich. Normalerweise infizieren sich vor allem Wildtiere; neben Hasen auch andere Nager wie Ratten, Mäuse oder Eichhörnchen. Seltener können Wildwiederkäuer, Fleischfresser oder Vögel betroffen sein.

Weil sich Menschen ebenfalls anstecken können, gelten in Salzburg seit den ersten gemeldeten Fällen Vorsichtsmaßnahmen: Spaziergänger sollen sich von toten oder mutmaßlich erkrankten Tieren fernhalten und ihre Hunde an der Leine führen. Auffällige Tiere sind den Behörden zu melden.

Tularämie ist hochansteckend. Menschen können sich nicht nur durch den direkten Kontakt mit infizierten Wildtieren anstecken, sondern auch durch den Kontakt mit deren Ausscheidungen oder durch Insektenstiche. Schon das Einatmen von Tröpfchen oder Staubpartikeln kann für eine Ansteckung reichen.

Gerade Jäger sind durch den häufigen und unmittelbaren Kontakt mit Wildtieren gefährdet, wie der aktuelle Fall zeigt. Wird die Infektion wie bei den beiden Salzburger Jägern rechtzeitig entdeckt, ist sie mit Antibiotika gut behandelbar; schwere Verläufe drohen jedoch, wenn man zu spät oder gar nicht zum Arzt geht. Wegen der vielfältigen Krankheitssymptome ist eine Diagnose oft schwierig. Jäger Manfred Berger mahnte laut kleinezeitung.at zur Vorsicht: Er werde Hasen künftig nur noch mit Handschuhen und Mundschutz untersuchen.

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