Jägerinnen leisten Aufklärungsarbeit

Im Ammerland (Niedersachsen) dürfen interessierte Frauen aus der Region Jägerinnen ins Revier begleiten. Unter dem Motto „Blick in die Natur“ wollen die Ammerländer Jägerinnen über die Jagd aufklären.

Wald

Symbolbild: StockSnap

Jagd als „Männer-Hobby“? Von wegen! Mit diesem und anderen Klischees rund um die Jagd wollen die Jägerinnen im Landkreis Ammerland (Niedersachsen) jetzt aufräumen. Dazu haben sie eine besondere Aktion gestartet: Unter dem Motto „Blick in die Natur“ nehmen sie interessierte Frauen aus der Region mit in ihre Reviere, berichtet die Nordwest Zeitung.

Auch das Schießen gehört dazu

Dabei erfahren die Frauen von der Hege über die Jägersprache bis zum Umgang mit der Waffe alles Wissenswerte aus erster Hand. Gleichzeitig können sie je nach Tages- oder Nachtzeit heimische Wildtiere wie Rehe, Dachse und Füchse vom Ansitz aus beobachten. Wichtig ist den Initiatoren der Aktion, dass sie den Teilnehmerinnen zeigen können: Das Schießen von Tieren gehört auch, aber nicht nur zur Jagd dazu. „Jagd ist nicht einfach ein Hobby, es ist viel mehr“, unterstreicht Talke Ruthenberg, Kreisjägermeisterin der Jägerschaft Ammerland.

Die Aktion hat einen Nerv getroffen

Die Idee, skeptische oder neugierige Nicht-Jäger mit auf die Jagd zu nehmen, kam ursprünglich Robert Lohkamp, der sich bei der Ammerländer Jägerschaft um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Gemeinsam mit Talke Ruthenberg und Dr. Sabine Mangold-Will beschloss er, dass gerade Frauen eine geeignete Zielgruppe für die Aktion sind. Mit ihrem Vorhaben haben die drei Initiatoren offenbar einen Nerv getroffen: Schon nach kurzer Zeit konnten sie 28 Waidfrauen gewinnen, die sich bereiterklärten, jagdlichen Laien Einblicke in ihre Revierarbeit zu gewähren.

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Neue Perspektiven auf die Jagd

Im Juli und August geht es mit den Jägerinnen ins Revier. Die einzige Grundvoraussetzung ist – neben dem Geschlecht – eine gewisse körperliche Fitness: Wer mitmachen möchte, sollte keine Probleme haben, einen etwa vier Meter hohen Hochsitz zu erklimmen. Oben angekommen werden sich den Ammerländerinnen dann hoffentlich neue, spannende Blickwinkel eröffnen – und die eine oder andere kann sich womöglich auch langfristig für die Jagd begeistern.

Das Interesse am Waidwerk steigt

Tatsächlich interessieren sich immer mehr Frauen für die Jagd, was sicher auch dem Engagement der lokalen Jägerschaften zu verdanken ist. Zwar sind Frauen insgesamt noch immer in der Minderheit, doch schon seit Jahren wollen mehr und mehr Frauen die Jägerprüfung absolvieren (wir berichteten) – inzwischen sind laut DJV rund 20 Prozent der Teilnehmer in den Jungjägerkursen weiblich. Die Branche reagiert auf diesen Trend mit Jagdschulen für Frauen, leichten Jagdgewehren oder passgenauer Kleidung. Auch bei Instagram, YouTube und Co. treten Jägerinnen immer sichtbarer für ihre Passion ein und zeigen, dass das Waidwerk längst keine Männerdomäne mehr ist.

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