Landesjagdverband investiert in den Artenschutz

Rebhühner

Foto: Johanna Licht

Um Fasane und Rebhühner steht es in Deutschland und weiten Teilen Bayerns nicht gut: Der Bestand der Feldhühner ist akut bedroht. Der Landesjagdverband (BJV) hat angesichts des dramatischen Artenschwunds die Initiative ergriffen und investiert gut eine viertel Million Euro in den Schutz der Tiere. Mit dem Geld wird nach Angaben der Frankenpost eine Zuchtstation am Katharinenberg im Fichtelgebirge zur Auswilderung der Feldhühner errichtet.

Die Idee für das Vorhaben stammt von Severin Wejbora, dem Leiter der Landesjagdschule Wunsiedel. Zusammen mit den Landwirten hat er am Nordhang des Katharinenbergs so genannte  Bunt-Brachen angelegt: bunte Wildäcker, die einen perfekten Rückzugsort für das dortige Niederwild bieten. Fasane, Hasen und Rehe fühlen sich in der elf Hektar großen Fläche pudelwohl – ebenso wie Schmetterlinge und andere Insekten. Doch das ist längst nicht überall so.

Schon seit etlichen Jahren verzichten die Jäger in Bayern freiwillig auf eine Bejagung der Feldhühner, weil der Besatz dafür insgesamt zu gering ist. Aber das allein hat bisher nicht ausgereicht, damit diese sich wieder erholen. Hauptproblem ist das Insektensterben: Was den meisten Menschen eher positiv auffällt, hat fatale Folgen für Fasane, Rebhühner und Wachteln. Diese brauchen dringend eiweißreiche Kost, vor allem die Jungvögel. Sonst überleben sie die ersten Lebenswochen gar nicht erst. Auch bei sonst guten Bedingungen verhungern die Vögel, weil es einfach nicht genug Insekten gibt.

Die Ursachen hierfür sind unter anderem in der industriellen Landwirtschaft zu finden. Wo sich kilometerlange Monokulturen erstrecken, finden die Insekten nicht genug Nahrung. Wenn diese fehlen, können auch Feldhühner nicht überleben. Auffällig ist, dass sich die Vogelbestände dort wieder erholen, wo die Landwirte Ausgleichsflächen schaffen. Über wilden Wiesen schwirren reichlich Insekten, die dafür sorgen, dass es den Feldhühnern wieder besser geht. Das Anlegen von Wildäckern (wir berichteten) ist eine ungeheuer wertvolle Maßnahme für den Artenschutz und die Voraussetzung dafür, dass ein Vorhaben wie das des BJV überhaupt funktionieren kann.

Denn nur wenn wirklich ausreichend Lebensraum für die Feldhühner geschaffen wird (wir berichteten), kann die Auswilderung auch erfolgreich sein. Damit die ausgewilderten Tiere in geschützten Gebieten unterkommen, will die Landesjagdschule künftig jedes Jahr einen Niederwild-Preis für Bayern ausschreiben. Belohnt werden Landwirte, die mit Bunt-Brachen genug Lebensraum für Insekten und Niederwild angelegt haben. Der Preis: Jungvögel vom Katharinenberg zur Auswilderung, damit sich das Anlegen der Wildäcker auch gelohnt hat. Der Bau der Zuchtstation beginnt diesen Herbst. Severin Wejbora hofft, dass 2017 die ersten Jungvögel in die Freiheit entlassen werden können.

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