„Kitzforce“: Rehkitz-Rettung aus der Luft

Im nordrhein-westfälischen Halle lotet der Hegering schon jetzt neue technische Wege aus, um gemeinsam mit den Landwirten Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren.

Drohne

Foto: photoAC

Jedes Jahr im Frühjahr gehen Jäger, Anwohner und Landwirte auf die Felder, um in oft mühsamer Arbeit Rehkitze vor dem Mähtod zu retten. Der Hegering Halle lotet daher schon jetzt die technischen Möglichkeiten aus, um die Rettung der Tiere zu vereinfachen, berichtet das Haller Kreisblatt. Dazu hat der Hegering eine sogenannte „Kitzforce“ einberufen, die in Zusammenarbeit mit den ansässigen Landwirten den Einsatz von Drohnen nutzen möchte. Die Jägerschaft sucht aus diesem Grund frühzeitig die Unterstützung der Landwirte.

Für das Projekt möchte der Hegering Drohnen besorgen und entsprechende Piloten ausbilden. „Mit der Ausbildung ist begonnen worden, eine Drohne haben wir noch nicht“, berichtet Thomas Scholz vom Hegering. Das System der Drohnen funktioniere mithilfe einer Infrarotkamera. Diese scanne die Wiese anhand festgelegter Koordinaten ab und markiere bei einem Fund die Stelle mit Koordinaten auf dem Monitor. „Jetzt kann jemand losgehen und das Kitz einsammeln. Dasselbe erhoffen wir uns von Bodenbrütern", erklärt Thomas Scholz.

Wichtig ist der Jägerschaft neben den technischen Voraussetzungen insbesondere die Einbeziehung der Landwirte: „Auf der anderen Seite müssen die Landwirte vom Nutzen überzeugt und zur Mitarbeit animiert werden.“ Die Tötung von Rehkitzen sei ein herber Verlust für die Jägerschaft, aber auch Gefahrenpotenzial für den Landwirt, gibt Thomas Scholz an. Denn wenn die Tierkörper in den Heuballen gelangten, bestehe Vergiftungsgefahr für die Kühe.

Drohnen werden schon länger für die Rettung von Rehkitzen eingesetzt. Das Projekt „Rettung aus der Luft“ setzt eine selbst gebaute Flugdrohne ein. Wie der „Oktokopter“ funktioniert und wo er eingesetzt wird, können Sie in unserem Interview mit dem Entwickler Pascal Janßen nachlesen. Noch auf den Fußweg angewiesen, aber wesentlich vereinfacht, ist die Rettung mithilfe einer WhatsApp-Aktion im nordrhein-westfälischen Rösrath (wir berichteten). Bodenständig und genauso kreativ ist die Technik von Jägern im niedersächsischen Wiefelstede: sie setzen auf die Kitzrettung zu Pferd (wir berichteten).

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