Mit vereinten Kräften gegen Wildschäden

Nach massiven Ernteausfällen in der Lausitz wollen die Landwirte den Jägern die Arbeit erleichtern, um die Wildschäden durch Schwarzwild zu begrenzen – offenbar erfolgreich!

Schwarzwild

Foto: Carol Scholz

Dass sich eine gute Zusammenarbeit beim Thema Wildschäden auszahlt, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Lausitz. Dort haben sich Landwirte mit den örtlichen Jägern zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen das Überhand nehmende Schwarzwild vorzugehen. Der Lausitzer Rundschau zufolge haben die Landwirte der Agrargenossenschaft „Heidefarm“ im Landkreis Bautzen spezielle Bejagungsschneisen angelegt, um den Jägern die Arbeit zu erleichtern.

In den breiten Streifen innerhalb der Maisfelder wird der Boden so aufgelockert, dass er möglichst lange feucht bleibt. Daher können sich dort besonders viele Regenwürmer ansiedeln. Die Regenwürmer in den Bejagungsschneisen sollen Wildschweine anlocken, die sich sonst ungestört durch den dichten Mais futtern. Da Regenwürmer den Schwarzkitteln mindestens genauso gut schmecken wie Mais, verweilen sie auf den freien Flächen und können von den Jägern besser gesehen und erlegt werden – so die Theorie. Obwohl es noch keine belastbaren Zahlen gibt, scheint sich das Konzept tatsächlich zu bewähren.

Die Landwirte der beteiligten „Heidefarm“ sind leidgeplagt: Landwirt Philipp Schlachte schätzt, dass auf den Maisfeldern zur Erntezeit nur noch etwa 20 Prozent der Pflanzen stehen. Den Rest hätten die Wildschweine vernichtet. Zusätzlich zu den Ernteausfällen schaden die Schwarzkittel auch den Nachfolgekulturen, wenn sie Maiskolben aus dem Boden ausgraben und die Flächen so zerwühlen, dass sie für viel Geld nachbearbeitet werden müssten.

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Von den mit Regenwürmern gespickten Bejagungsschneisen erhoffen sich die Landwirte auch eine finanzielle Entlastung. Allein auf den Flächen der Jagdgenossenschaft Klitten (Landkreis Görlitz) sind dem Bericht zufolge im Jagdjahr 2016 Wildschäden in der Höhe von rund 180.000 Euro entstanden. Zusätzlich sind die Jäger aufgefordert, mehr Frischlinge zu erlegen, um den Schwarzwildbestand einzudämmen.

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