Rebhuhn-Küken: Kaum geschlüpft und schon verhungert

Die Deutsche Wildtier Stiftung beschäftigt sich mit der Frage, warum Rebhuhn-Küken kaum noch eine Überlebenschance haben. Ein internationales Projekt soll dieser Entwicklung entgegenwirken.

Ein Rebhuhn

Foto: Ryszard Adamus 

In Feldern und Wiesen herrscht noch Brut- und Setzzeit. Auch bei den Rebhühnern schlüpfen die Küken. Doch anders als bei Enten oder Tauben ist für sie die Nahrung sehr knapp. Rebhuhn-Küken kämpfen vom ersten Tag an um ihr Überleben. Denn in den Anfangstagen leben sie fast ausschließlich von tierischem Eiweiß, wie etwa Ameisenlarven oder anderen Insekten. Diese sind nur an offenen Bodenstellen und an Feldrändern zu finden. Durch die intensive Landwirtschaft gestaltet sich das als problematisch –  oft gibt es weder offene Bodenstände noch Insekten.

„Die Küken-Sterblichkeit ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen“, sagte Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung laut einer Pressemitteilung. Europaweit sei die Rebhuhn-Population seit 1980 um 94 Prozent eingebrochen. „Die Küken verhungern schlichtweg“, ergänzte Kinser. Um dem entgegenzuwirken, unterstützt die Deutsche Wildtier Stiftung ein Projekt der Universität Göttingen: „PARTRIDGE“. Ziel des Projekts ist es, die Lebensbedingungen in der Agrarlandschaft zu verbessern. Rund sieben Prozent der Flächen werden dabei für Wildtiere aufgewertet. „In unseren Untersuchungsgebieten legen Landwirte strukturreiche Blühflächen für die Rebhühner an“, erklärte Projektleiter Dr. Eckhard Gottschalk von der Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen. Es solle einen Teil mit älterer Vegetation geben für genügend Deckung beim Brüten. In einem frisch eingesäten, lichten Vegetationsbereich sollten die Küken ausreichend Nahrung wie Spinnen oder Larven finden. In den frisch eingesäten Bereichen der Blühflächen sei die Insektendichte viermal höher als in einem Getreideacker. Den Gradmesser für den Erfolg bilde dabei die Rebhuhn-Population.

Freiwillige Artenschutzleistungen von Landwirten werden in Niedersachsen als „Agrarumweltmaßnahmen“ mit einem finanziellen Ausgleich des Landes oder durch Projektmittel ausgezeichnet. Die öffentlichen Mittel sind jedoch sehr knapp und nur wenige Landwirte beteiligen sich an solchen Agrarumweltmaßnahmen. „Der Löwenanteil der landwirtschaftlichen Förderung wird im Moment per Gießkanne verteilt. Damit wird es keine Trendwende beim Rebhuhn geben“, sagte Andreas Kinser. Er fordert eine gezielte Unterstützung von Landwirten, die bei der Produktion Rücksicht auf Wildtiere nehmen.

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