So bekommt der Wildacker einen Abfluss

Überschwemmungen in Wildwiesen können für Jungtiere zu tödlichen Fallen werden. Vertiefungen und ein Ablauf zum Graben können Stauwasser vermeiden.

Umweltbelastungen, etwa durch Pestizide, dicht besiedelte Regionen und die Zerschneidung von Lebensräumen gefährden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Auch der Insektenbestand in Deutschland ist rückläufig, dabei sind rund 80 Prozent der einheimischen Blütenpflanzen auf die Bestäubung angewiesen. Zahlreiche Jäger und Naturschützer sowie auch Land- und Forstwirte wirken dieser Entwicklung mit angelegten Wildackerflächen entgegen.

Ein Wildacker bringt nämlich für Tier und Mensch gleichermaßen viele Vorteile. In besonders nassen Gebieten können Wasseransammlungen – speziell nach zusätzlichen Regenfällen – zu gefährlichen Fallen für Jungtiere werden. Abhilfe schafft da eine bestimmte Anlegetechnik nach dem Vorbild des Beetpflugverfahrens. Dabei kann das Wasser dann problemlos abfließen, sodass Wildtiere immer trockene Bereiche finden.

Der Beetpflug ist noch ein Überbleibsel aus früheren Zeiten und vielerorts bereits ganz verschwunden. Um den Wildacker auf die gewünschte Art anzulegen, ist ein moderner Wendepflug aber ebenso geeignet wie ein Beetpflug. Damit werden in regelmäßigen Abständen parallele Furchen in die zu bewirtschaftende Fläche gepflügt. Die Gräben zwischen den Beeten sind so abzuflachen, dass für Jungtiere keine unüberwindbaren Barrieren entstehen. Damit das Wasser bei starkem Regen gut ablaufen kann, gilt es die Vertiefungen noch mit einer Pflugfurche zu verbinden, die direkt zu einem Graben führt. So ist der Wildacker mit einem Abfluss verbunden.

Kreiselegge

Foto: Markus Hagenlocher/ wikipedia.org

Nachdem die Beete mit einer Kreisel-Egge vorbereitet wurden, können die Saaten in den Boden eingebracht werden. Die Saat gilt es dabei immer auf die vorherrschenden Wildtierarten abzustimmen. Für eine abwechslungsreiche und ganzjährige Äsungsfläche können die einzelnen Beet-Streifen mit jeweils unterschiedlichen Saatgutmischungen, ebenfalls auf die Tierarten abgestimmt, bepflanzt werden. Tipps für die richtige Aussaat und Pflege eines Wildackers finden sie hier.

Regelrecht paradiesische Zustände finden Tiere auf solchen Wildackerflächen vor. Ein breites und schmackhaftes Nahrungsangebot ist das ganze Jahr über verfügbar. Schutz und Deckung vor Beutegreifern bietet der Wildacker zum Beispiel dem Niederwild. Außerdem kann, dank des integrierten Abflusses, selbst starker Niederschlag den Gelegen und den Jungtieren nichts anhaben.

Das Nahrungsangebot eines Wildackers sorgt außerdem dafür, dass Wildschäden an Bäumen und landwirtschaftlich genutzten Pflanzen vermieden werden können. So haben Tier und Mensch etwas davon.

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