Tierische Strategien gegen Sommerhitze

Die hohen Temperaturen sind auch für unsere Wildtiere eine Belastung. Aber eine, an die sie sich sehr gut angepasst haben. Das zeigen die vielen faszinierenden Strategien, die durch Wild genutzt werden.

Rotwild im See

Foto: Stephan Lauckner

Am 23. Juli beginnen sie und dauern genau einen Monat bis zum 23. August: die sogenannten Hundstage. Sie gelten als die heißesten Tage des Jahres mit oft drückender, manchmal schwüler Hitze. Mit Schatten suchenden Vierbeinern haben die Hundstage nur indirekt zu tun. Es handelt sich vielmehr um die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode, die nach dem Hundsstern Sirius benannt ist. Der geht Anfang August mit der Sonne auf und unter. Während dieses Zeitraums dominiert in aller Regel ein Hochdruckgebiet das mitteleuropäische Wetter. Das macht die Hundstage zu den heißesten des Jahres.

Menschen können sich der Sommerhitze durch Klimaanlage und Schwimmbadbesuch erwehren. Wenn es gar nicht anders geht, schwitzen sie eben. Außer Pferden hat aber kaum ein Tier ebenfalls Schweißdrüsen – und wenn, dann nur wenige. Dadurch können sie keine Flüssigkeit auf der Haut verdunsten lassen, um so einen Kühlungseffekt zu erzielen. Hirsch, Hase & Co. haben in erster Linie andere coole Strategien, um mit der Sommerhitze fertig zu werden. Wie der Haushund oder die Hauskatze hecheln sie und verdampfen dabei Speichel, um den Körper zu kühlen.

Bestens eingestellt auf hohe Temperaturen sind Reptilien. Als wechselwarme Tiere regulieren sie ihre Körpertemperatur nicht selbst, sondern überlassen diese Aufgabe der Sonne. Nachts kühlt ihr Körper stark ab, doch mit den ersten Sonnenstrahlen am Morgen wärmt er sich wieder auf und die zunächst noch steifen und unbeweglichen Reptilien werden mit zunehmender Wärme immer lebendiger und beweglicher. So können sie selbst große Hitze gut aushalten.

Ganz andere Strategien haben Insekten entwickelt. Im Bienenstock zum Beispiel wird gesummt. Dieses Geräusch entsteht durch die hohe Frequenz, mit der die fleißigen Honigsammlerinnen ihre Flügel vibrieren lassen. Wie durch einen Ventilator gibt es im Bienenstock einen kühlenden Luftzug. Im Ameisenbau sorgt ein ausgeklügeltes Lüftungssystem für Kühlung.

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Die einfachste Methode für Wildtiere, der Hitze zu begegnen, ist aber, den Bewegungsdrang zu reduzieren. Nur die Rehe machen eine Ausnahme. Sie haben ausgerechnet während der heißesten Phase des Jahres ihre Paarungszeit, die sogenannte Blattzeit. Das ist kräftezehrend. Böcke verlieren deshalb innerhalb der vier Wochen einiges an Körpergewicht. Zumindest in der prallen Mittagssonne nehmen auch sie sich dann gerne eine Auszeit und halten wie fast alles Wild im Schatten eine Siesta.

Suhlen statt Pool

Hund

Foto: ulleo

Wildschweine und Rotwild gönnen sich auch gern ein kühlendes Bad in sumpfigen Tümpeln, sogenannten Suhlen. Das verschafft Abkühlung und der Schlamm schützt zugleich vor lästigen Parasiten. Rotwild nimmt durchaus auch ein Vollbad in tieferen Gewässern. Als Pflanzenfresser deckt das wiederkäuende Wild seinen Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich über Tau und saftiges Grünfutter. Feldhasen regulieren – wie auch Elefanten – ihre Körpertemperatur über die langen, kaum behaarten Ohren. Bei großer Hitze werden diese stärker durchblutet und geben so Körperwärme ab.

Eine weitere Strategie haben andere Wildtiere mit den Menschen gemein: Sie bleiben einfach zuhause. Wer immer ein eigenes Versteck hat, verkriecht sich tagsüber weitgehend dort. Dachse, Füchse und Kaninchen bleiben einfach in ihren unterirdischen, kühlen Bauten. Eichhörnchen ruhen in ihren Kugelnestern, die Kobel genannt werden, oder klettern auf möglichst hohe Bäume, wo vielleicht in luftiger Höhe mindestens ein laues Lüftchen weht. Die besten Plätze dort müssen sie sich aber mit vielen Vögeln teilen.

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