Wildbret darf nicht in der Tonne landen!

In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine dramatische Entwicklung bei der Verwertung des Schwarzwildes ab.

Schwarzwildstrecke

Foto: Outfox-World

Jäger in Mecklenburg-Vorpommern schlagen Alarm: Die hohen Schwarzwildstrecken sorgen für drastisch fallende Preise, sodass es immer schwieriger wird, das Wildbret zu verwerten und zu vermarkten. Es häufen sich Berichte von Jägern, die weniger als 20 Cent pro Kilogramm erhalten oder von Wildhändlern ganz abgewiesen werden. Verschiedene Stimmen von Jägern erreichten die Redaktion, die berichten, dass sie das Fleisch einfach nicht mehr loswerden. Es gibt sogar Mitteilungen darüber, dass das Wildbret von gesunden Tieren gänzlich verworfen oder in größeren Mengen verbrannt wird.

Bereits seit einiger Zeit steht die Eindämmung der Schwarzwildbestände bundesweit ganz oben auf der politischen Agenda (wir berichteten). Aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat das Landwirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern bereits ein zwei Millionen Euro teures Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht: Seit dem 1. Dezember erhalten Jäger dort 25 Euro für jedes erlegte Wildschwein (wir berichteten). Die Schwarzwildstrecke ist ohnehin schon hoch – nun gilt es, die geforderte Abschussquote von 80.000 Tieren zu erfüllen.

Die Politik nimmt die Jäger zwar mehr und mehr in die Pflicht, um eine Einschleppung der ASP zu verhindern – doch die Umsetzung scheint nicht ganz zu Ende gedacht zu sein. Die Prämien können die geringen Erlöse für das Wildbret und den gestiegenen Aufwand bei der Jagd nicht ansatzweise ausgleichen. Doch was könnten sinnvolle Maßnahmen sein, damit das Wildbret – wohlgemerkt ein hochwertiges und gefragtes Nahrungsmittel – nicht auf dem Müll landen muss?

Hier gibt es bereits einige Ideen. Die beiden Jagdblogger vom Blog „Hunter Brothers“ richten sich etwa direkt an Landwirtschaftsminister Till Backhaus und fordern: „Unterstützen Sie die heimischen Wildhändler, dass jene endlich wieder humane Preise zahlen können.“ Andere Vorschläge gibt es bei Facebook: Hier rät beispielsweise ein Nutzer, Wildbret an die Helfer bei den Drückjagden zu verschenken oder es an Tafeln zu spenden.

Dass solche Spendenaktionen gut funktionieren können, zeigt ein Beispiel aus dem US-Bundesstaat New Hampshire, wo Jäger jedes Jahr Wildbret an Obdachlosenheime, Tafeln und Suppenküchen verteilen (wir berichteten). Bei Lebensmittelspenden gilt es jedoch, sich vorab bei den Tafeln zu erkundigen, in welchem Zustand das Fleisch angenommen wird. Ein anderer Facebook-Nutzer rät zudem, das Wildschweinfleisch zu Bratwurst oder Salami zu verarbeiten – so sei es einerseits länger haltbar und verkaufe sich andererseits besser. Angesichts der hohen Schwarzwildstrecken und vollen Kühlkammern ist nun also die Kreativität der Jäger in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland gefordert. Doch egal, ob man es nun spendet, verkauft oder verschenkt: Überschüssiges Wildbret ist viel zu schade für den Müll!

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