Wildpflanzenanbau: Landwirte setzen sich für Förderung ein

Zur Biomasseproduktion für Biogasanlagen werden im niedersächsischen Emsland heimische Wildpflanzen eingepflanzt. Landwirte und Jäger wünschen sich mehr Unterstützung durch die Politik.

Steinklee

Symbolbild: Kathy Büscher

Um Biomasse für Biogasanlagen anzubauen, werden im niedersächsischen Emsland anstelle von Mais Wildpflanzen eingepflanzt. Damit soll einer „Vermaisung“ ganzer Landschaften entgegengewirkt werden. Der Arten- und Grundwasserschutz hätten davon bereits profitiert, heißt es in einem Artikel der Lingener Tagespost.

Unterstützung gebe es bereits aus Jägerskreisen. Das Wild habe genügend Flächen zur Deckung und zur Futtersuche – und das beinahe das ganze Jahr über. Nur nach der Ernte müsse es kurzzeitig nach anderen Aufenthaltsorten Ausschau halten. Bienen könnten über Monate Nektar sammeln. Durch längere Blühzeiten und größere Blühflächen profitierten auch andere Insekten und mit ihnen Fasanen- und Rebhuhnküken, die fürs Überleben auf die eiweißhaltige Insektennahrung angewiesen sind, so Johann Högemann, Naturschutzbeauftragter der Jägerschaft Lingen. „Mittels diverser Wildkameras haben wir sieben Fasanengesperre bestätigt. Bei der Treibjagd wurden rund 60 Fasane auf einer Fläche von rund fünf Hektar gezählt. Auf eine Bejagung wurde dabei ausdrücklich verzichtet“, erklärte Högemann gegenüber der Zeitung.

Erfolgreich sei das Vorhaben aber nur in einem größeren Ausmaß. „Wir werben für eine Unterstützung des Projektes durch die Politik“, sagte Josef Schröer, Landwirt und zugleich Vizepräsident der Landesjägerschaft Niedersachsen. Seit 2013 ist er gemeinsam mit anderen Akteuren aus den Bereichen Jagd, Naturschutz, Bienenhaltung und EnergiewirtschaftTeil des „Netzwerks Lebensraum Feldflur“. Er setzt sich für eine Förderung für die Landwirte ein, um diese nicht allein auf den Kosten sitzen zu lassen. Dem Bericht zufolge beträgt die Differenz zwischen dem Erlös von Mais- und Wildpflanzen für die Beschickung von Biogasanlagen rund 320 Euro pro Hektar. „Wenn man für die Artenvielfalt in der Feldflur etwas Sinnvolles machen will, geht es nicht ohne Förderung. Es muss sich für den Landwirt rechnen“, ergänzte er.

Es ist nicht die erste Initiative dieser Art. Ein Beispiel wäre das Projekt „Energie aus Wildpflanzen“ (wir berichteten). Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier:

Bioenergie: Jäger fordern mehr Unterstützung
Wo bleiben die Wildpflanzen?
„Quantensprung“ für die Biogaserzeugung


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